Zahl verdoppelt: Über 1.000 Gewalttaten gegen Lehrer an Saar-Schulen

Saarbrücken: Die Zahl der gewalttätigen Angriffe auf Lehrer im Saarland nimmt massiv zu. Das geht nach Angaben der CDU-Landtagsfraktion aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Demnach habe es im Jahr 2024 insgesamt 1.283 Fälle von vorsätzlicher Körperverletzung gegen Lehrpersonal an den Schulen im Land gegeben. Wenn man die Ferien und die Feiertage unter der Woche abzieht, ergibt das fast sieben körperliche Attacken gegen die Pädagogen.

Wie in allen Kriminalitätsbereichen ist davon auszugehen, dass nicht alle Taten zur Anzeige gebracht und dadurch die Dunkelziffer noch höher liegt. Ein Vergleich mit dem Jahr 1015 zeigt, dass die Zahl solcher Taten in den vergangenen zehn Jahren massiv zugenommen hat: Im Jahr 2015 wurden noch 717 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung gegen Lehrer zur Anzeige gebracht. Die CDU bemängelt nun, dass die Lehrer von der Landesregierung nicht ausreichend geschützt würden:

„Bereits in der großen Anhörung des Landtags im vergangenen Jahr wurden unisono konkrete Maßnahmen als zwingend notwendig bezeichnet. Die SPD-Landesregierung hat seitdem nichts davon umgesetzt.“ Jutta Schmitt-Lang, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion: „Diese Zahlen schockieren nicht mehr, sie beschämen. Denn wir wissen seit mindestens einem Jahr ganz genau, was zu tun wäre. In der Anhörung haben Expertinnen und Experten, Lehrerverbände und Fachleute aus der Schulpsychologie einstimmig klare Maßnahmen benannt. Wir als CDU-Fraktion haben dazu einen konkreten Antrag eingebracht. Und die SPD-Landesregierung? Steckt weiterhin den Kopf in den Sand.“

Die Partei schlägt drei konkrete Maßnahmen vor: Zu m einen eine systematische Erfassung aller Gewaltfälle an Schulen, verbunden mit einer Dunkelfeldanalyse. Als zweite Maßnahme müsse eine funktionierende Vernetzungsstruktur in der Prävention geschaffen werden. Und drittens müsse die Schulpsychologie endlich ernsthaft als Teil einer multiprofessionellen Schulentwicklung mitgedacht werden: „Lehrkräfte können und sollen nicht alleine tragen, was eine ganze Gesellschaft hervorbringt.“