Völklingen: Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat nähere Details zu der tödlichen Explosion in Völklingen bekanntgegeben. Unter anderem berichtet die Behörde, wie die Tat abgelaufen sein soll. Demnach soll der jetzt festgenommene 45-Jährige zu einem bisher noch nicht genau bekannten Zeitpunkt ein Paket an seinen Bekannten weitergegeben haben. Der 32 Jahre alte Völklinger soll das Päckchen an sich genommen haben in dem Glauben, dass sich darin Betäubungsmittel befinden. In Wahrheit enthielt der Karton aber tödlichen Sprengstoff!
Der 32-Jährige soll das Päckchen dann zunächst an einer uneinsehbaren Stelle in der Nähe des späteren Explosionsortes deponiert haben. In der Nach soll er das Paket dann gegen Mitternacht wieder an sich genommen haben. Als der Völklinger den Inhalt prüfen wollte und das Paket öffnete, detonierte die Bombe. Gegen den Beschuldigten besteht der dringende Verdacht des Mordes, versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in vier tateinheitlichen Fällen.
Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Mordmerkmale der Heimtücke und der Verwendung eines gemeingefährlichen Mittels erfüllt sind. Für die Behörden ist der festgenommene Verdächtige kein Unbekannter: Gegen den Mann aus dem Regionalverband Saarbrücken ist bereits in der Vergangenheit ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz geführt worden. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung sind unter anderem Chemikalien, die zur Herstellung von Sprengstoffen verwendet werden können, und Betäubungsmittel aufgefunden worden.
Am gestrigen Mittwochabend hat das Zentrale Bereitschaftsgericht Saarbrücken einen Haftbefehl erlassen und nach Anhörung des Beschuldigten in Vollzug gesetzt. Der Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Einzelheiten zum verwendeten Sprengstoff und zu Hintergründen der Tat wollen die Behörden nicht nennen, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden.
