Wadern: Nach dem tödlichen Gewaltverbrechen in Wadern-Lockweiler am gestrigen Dienstag (wir berichteten bereits) ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nun wegen des Verdachts des Mordes. Einem 41-jährigen Mann wird demnach vorgeworfen, seine 63 Jahre alte Mutter am frühen Morgen in dem gemeinsamen Wohnhaus der beiden getötet zu haben. Nach Angaben der Landespolizeidirektion meldete sich der 41-Jährige gegen 6.30 Uhr selbst über den Notruf und erklärte, seine Mutter getötet zu haben. Als Einsatzkräfte am Wohnhaus eintrafen, konnten sie der 63-Jährigen nicht mehr helfen. Sie erlag noch am Tatort ihren Verletzungen.
Wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mitteilt, soll der Mann seine schlafende Mutter mit mehreren Messerstichen im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes tödlich verletzt haben. Gegen den 41-Jährigen wird deshalb wegen Mordes ermittelt. Nach bisherigem Ermittlungsstand kommt das Mordmerkmal der Heimtücke in Betracht. Dieses liegt unter anderem vor, wenn die Arg- und Wehrlosigkeit eines Opfers bewusst ausgenutzt wird. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige an einer psychischen Erkrankung leiden könnte, die für die Tat von Bedeutung sein könnte. Daher hat die Anklagebehörde keinen Untersuchungshaftbefehl, sondern einen sogenannten Unterbringungsbefehl beim Ermittlungsrichter am Amtsgericht Saarbrücken beantragt. Der Richter hat nach einem Termin in Anwesenheit des Beschuldigten die einstweilige Unterbringung des 41-Jährigen in einem forensisch-psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.
Zu den Hintergründen der Tat machen die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst keine weiteren Angaben. So bleibt unklar, ob sich der Mann nach seinem Geständnis am Notruftelefon nochmals zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert hat. Foto: Thorsten Kremers
