
Sulzbach: (Von unserem Reporter Thorsten Kremers ) Schwerer Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag (12. August 2026) auf der L125 in Sulzbach: Ein Jeep ist gegen 15:15 Uhr auf der Sulzbachtalstraße auf die Seite gekippt. Die beiden älteren Insassen waren anschließend im Fahrzeug eingeschlossen. Die Feuerwehr musste das Dach des Wagens öffnen, um den Mann und die Frau zu retten.
Der Jeep war von Sulzbach in Richtung Friedrichsthal unterwegs. Zwischen Am Grubenpfad und Gartenstraße verlor der Fahrer aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen kippte auf die Fahrerseite und blieb dort liegen.
Ersthelfer kümmerten sich unmittelbar um die beiden Insassen. Eine Befreiung aus dem umgestürzten Fahrzeug war für sie jedoch nicht möglich. Die ältere Frau und der ältere Mann waren nach Angaben der Feuerwehr eingeschlossen, aber nicht eingeklemmt.
„Die Insassen waren im Fahrzeug eingeschlossen, jedoch nicht eingeklemmt. In Absprache mit dem Rettungsdienst wurde eine schnelle Rettung veranlasst, um die Frau und den Mann anschließend dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung zu übergeben“, sagt Patrick Wagner, Einsatzleiter der Feuerwehr Sulzbach.
Die Einsatzkräfte stabilisierten den auf der Seite liegenden Jeep zunächst mit speziellen Haltesystemen. Dadurch sollte verhindert werden, dass sich das Fahrzeug während der Rettungsarbeiten bewegt oder weiter kippt. Anschließend öffneten die Feuerwehrleute mit hydraulischem Rettungsgerät das Dach. Die beiden Insassen konnten mit einem Rettungsbrett aus dem Fahrzeug gehoben werden.
Bei Verkehrsunfällen unterscheidet die Feuerwehr unter anderem zwischen einer schnellen Rettung und einer patientenschonenden Rettung. Welche Methode gewählt wird, stimmen Feuerwehr und Rettungsdienst anhand des Zustands der Verletzten und der Gefahrenlage ab.
Bei einer patientenschonenden Rettung steht eine möglichst geringe zusätzliche Belastung des Patienten im Vordergrund. Die Einsatzkräfte schaffen dafür möglichst viel Platz und bewegen den Verletzten besonders kontrolliert. Das kann entsprechend mehr Zeit beanspruchen.
Bei der schnellen Rettung hat dagegen der Zeitfaktor eine höhere Priorität. Sie kommt infrage, wenn der medizinische Zustand eine zügige Versorgung außerhalb des Fahrzeugs erforderlich macht oder andere Umstände eine rasche Befreiung verlangen. Auch dabei wird so schonend wie unter dem Zeitdruck möglich gearbeitet. Im aktuellen Fall entschieden Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam für dieses Vorgehen.
Beide Insassen waren nach der Rettung ansprechbar. Sie wurden mit Rettungswagen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Zum genauen Verletzungsgrad lagen zunächst keine Angaben vor.
Ein wichtiger Punkt der polizeilichen Ermittlungen dürfte nun ein größerer Ast auf der Fahrbahn sein. Nach den Feststellungen an der Unfallstelle ist das Holz etwa 25 Zentimeter dick und rund fünf Meter lang. Der Ast besitzt noch eine größere Blätterkrone und machte einen ausgetrockneten Eindruck.
Ob der Fahrer dem Hindernis ausweichen wollte und deshalb die Kontrolle über den Jeep verlor, ist bislang nicht geklärt. Dies muss die Polizei ermitteln. Die Feuerwehr nimmt den Fund zum Anlass für eine Warnung. „In diesem Zusammenhang warnen wir Autofahrer zur Vorsicht, dass aufgrund der Hitze und der Dürre immer wieder mal Äste herabfallen können“, so der Feuerwehrsprecher.
Im Einsatz waren rund 30 Feuerwehrkräfte aus Sulzbach-Stadtmitte und Altenwald. Hinzu kamen zwei Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Polizei. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten kam es auf der L125 zu Verkehrsbehinderungen. Die Verkehrsmeldung für den Abschnitt zwischen Am Grubenpfad und Gartenstraße wurde gegen 16.43 Uhr aufgehoben.
