Völklingen: In den Becken schwimmen keine Fische mehr. Was in Völklingen einst ein ungewöhnliches Zukunftsprojekt werden sollte, ist nun endgültig beendet. Am Montag wurde das letzte Becken der Meeresfischzuchtanlage leergefischt. Seit dem 31. August steht der Betrieb der InfiniteSea GmbH still.
Das Ende kommt nach der Insolvenz des Unternehmens. Ein Insolvenzverwalter suchte anschließend nach einem Investor, um die Fischzucht doch noch zu retten. Die Gespräche mit mehreren Interessenten führten jedoch zu keinem Ergebnis.
Unter den möglichen Käufern war auch ein Investor aus Australien. Die große Entfernung erwies sich allerdings als Problem. Ein weiterer Interessent aus Israel wollte den kompletten Betrieb nach Israel verlagern. Auch eine mögliche Beteiligung der Schweizer Muttergesellschaft InfiniteSea AG brachte keine Lösung.
Damit blieb am Ende nur noch die Abwicklung. Die noch vorhandenen Fische wurden weiter aufgezogen, bevor sie verkauft wurden. Der überwiegende Teil der Gelbschwanzmakrelen ging nach Italien. Auch Restaurants im Saarland kauften Fische. Einzelhändler konnten dagegen trotz deutlich reduzierter Preise nicht gewonnen werden.
Mit dem Abfischen des letzten Beckens endet zugleich der Versuch, die Produktion langfristig auf eine eigene Fischzucht umzustellen. Nach einer rund zweijährigen Umbauphase hatte InfiniteSea seit dem vergangenen Jahr keine Jungfische mehr eingekauft. Der Nachwuchs sollte stattdessen im eigenen Betrieb entstehen. Die Insolvenz stoppte diese Entwicklung.
Wie schwierig die finanzielle Situation zuletzt war, zeigen auch die Geschäftszahlen. Für 2025 wird ein Verlust von knapp zwei Millionen Euro ausgewiesen. Bereits 2023 hatte das Unternehmen mehr als 1,5 Millionen Euro Verlust gemacht, 2024 waren es knapp 700.000 Euro.
Das Ende der InfiniteSea GmbH ist zugleich der Schlusspunkt einer langen und wechselvollen Geschichte. 2006 gab es die ersten Pläne, das Gelände der ehemaligen Kokerei in Fürstenhausen für eine Meeresfischzucht zu nutzen. 2013 wurden rund 4.000 kleine Störe als Erstbesatz eingesetzt. Das Projekt geriet jedoch immer wieder in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wechselte später den Betreiber.

