Glasfaser-Frust im Saarland: Deutsche Glasfaser lässt Saarländer weiter warten

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Jahrelang auf schnelles Internet gewartet, teilweise schon einen Vertrag unterschrieben – und jetzt kommt der Anschluss doch nicht. Die Deutsche Glasfaser hat geplante Ausbauprojekte in acht saarländischen Kommunen ganz oder teilweise gestoppt. Für viele Betroffene ist derzeit offen, wann sie stattdessen Glasfaser bekommen.

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Saarbrücken – Betroffen sind Bexbach, Riegelsberg, Saarbrücken, Neunkirchen und Sulzbach sowie Teile von Schiffweiler, Ottweiler und Dillingen. Deutsche Glasfaser hat nach einer erneuten Prüfung entschieden, dort geplante Projekte nicht wie angekündigt umzusetzen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit deutlich schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Unter anderem seien Zinsen und Baukosten gestiegen, hinzu kämen bürokratische Hürden. Die betroffenen Projekte seien deshalb nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar.

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Besonders bitter ist die Situation für Menschen, die bereits vor Jahren einen Vertrag abgeschlossen und seitdem auf ihren Anschluss gewartet haben. Sie müssen laut Deutsche Glasfaser allerdings nicht selbst kündigen und sollen auch keine Kosten tragen. Das Unternehmen will die Betroffenen schriftlich über das Ende ihres Vertrages informieren. In Bexbach bestätigt auch die Stadt, dass bereits eingegangene Kundenaufträge hinfällig seien und daraus keine Verpflichtungen für die Bürger entstünden.

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Wie es nun weitergeht, unterscheidet sich von Ort zu Ort. Riegelsberg führt bereits Gespräche mit anderen Netzbetreibern. Wann dort tatsächlich ein anderer Anbieter Glasfaser verlegen könnte, ist derzeit aber noch offen. Auch Bexbach will gemeinsam mit dem Breitbandbüro des Saarlandes nach neuen Möglichkeiten für den weiteren Ausbau suchen. Eine schnelle Ersatzlösung ist damit bislang nicht garantiert.

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In Neunkirchen lässt sich bereits genauer sagen, wer betroffen ist. In Wiebelskirchen, Furpach, Wellesweiler und Ludwigsthal wird der angekündigte Ausbau nicht umgesetzt. Die Stadt prüft nun, ob für diese Gebiete die Gigabitförderung des Bundes infrage kommt. Anders sieht es in Münchwies, Hangard, Sinnerthal und Kohlhof aus: Dort soll Deutsche Glasfaser nach Angaben der Stadt weiterbauen. Ein Rückzug aus einer Kommune bedeutet also nicht automatisch, dass dort sämtliche Glasfaserprojekte eingestellt werden.

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Komplett verabschiedet hat sich Deutsche Glasfaser aus dem Saarland ohnehin nicht. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen hier bereits mehr als 125.000 Haushalte angeschlossen. Für weitere rund 40.000 Haushalte befindet sich die Infrastruktur im Bau. Auf der aktuellen Projektübersicht des Unternehmens werden zudem weiterhin saarländische Gebiete in Bau- oder Planungsphasen geführt.

Für die betroffenen Haushalte bleibt trotzdem ein großes Fragezeichen. Wer nun keinen Anschluss von Deutsche Glasfaser erhält, muss zunächst seinen bisherigen Internetzugang weiter nutzen und darauf hoffen, dass ein anderer Anbieter übernimmt oder ein geförderter Ausbau möglich wird. Einen gemeinsamen Zeitplan für die acht betroffenen Kommunen gibt es nicht. Die Landesregierung hält dennoch an ihrem Ziel fest, bis 2030 ein flächendeckendes Glasfasernetz im Saarland zu erreichen. Nach Angaben des Digitalministeriums seien andere Netzbetreiber bereit, ihr Engagement im Land auszuweiten. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

Dieser Beitrag wird bereitgestellt vom Medienverbund Saarland