
Foto: Bill Larkins / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 – Zeitkapsel: Unglaubliche Dinge, die am 20. Oktober geschahen: Ein Flugzeugabsturz erschüttert die Musikwelt, eine Stadionkatastrophe wird jahrelang verschwiegen…
1944: Ein General kehrt zurück und schreibt Geschichte: Am 20. Oktober 1944 watet US-General Douglas MacArthur durch das Wasser an einem Strand der philippinischen Insel Leyte. Mehr als zwei Jahre zuvor hatte er die Philippinen vor den vorrückenden japanischen Truppen verlassen müssen. Damals versprach er, eines Tages zurückzukehren.
Nun hält er sein Wort. Amerikanische Streitkräfte beginnen eine groß angelegte Landungsoperation, um die seit 1942 von Japan besetzten Philippinen zurückzuerobern. MacArthur verkündet über das Radio seine Rückkehr und ruft die Bevölkerung zur Unterstützung auf.
Die Landung markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Pazifikkrieg. Zwar dauern die Kämpfe noch Monate, doch das berühmte Foto des Generals im Wasser wird zu einem der bekanntesten Bilder des Zweiten Weltkriegs.
1973: Ein US-Präsident feuert den Mann, der gegen ihn ermittelt: Am 20. Oktober 1973 erschüttert ein beispielloser Machtkampf die Vereinigten Staaten. Präsident Richard Nixon will den Sonderermittler Archibald Cox entlassen lassen. Dieser untersucht den Watergate-Skandal und fordert geheime Tonbandaufnahmen aus dem Weißen Haus.
Doch Justizminister Elliot Richardson weigert sich, den Ermittler zu feuern, und tritt zurück. Sein Stellvertreter William Ruckelshaus verweigert ebenfalls den Befehl und verlässt sein Amt. Erst der nächste Mann in der Hierarchie, Robert Bork, setzt Nixons Anweisung um.
Die Ereignisse gehen als „Saturday Night Massacre“ in die Geschichte ein. Der Versuch, die Ermittlungen zu stoppen, löst landesweite Empörung aus. Statt Nixon zu retten, beschleunigt die Affäre seinen politischen Niedergang. Im August 1974 tritt er schließlich als erster US-Präsident von seinem Amt zurück.
1977: Eine Rockband stürzt mit ihrem Flugzeug ab: Am Abend des 20. Oktober 1977 ist die amerikanische Rockband Lynyrd Skynyrd auf dem Weg zu ihrem nächsten Konzert. Doch die gecharterte Maschine vom Typ Convair CV-240 erreicht ihr Ziel nicht. Wegen Treibstoffmangels versucht die Besatzung eine Notlandung. Das Flugzeug stürzt in einem Waldgebiet im US-Bundesstaat Mississippi ab.
Sechs Menschen sterben, darunter Sänger Ronnie Van Zant, Gitarrist Steve Gaines und dessen Schwester, Backgroundsängerin Cassie Gaines. Auch ein Mitarbeiter der Band sowie beide Piloten kommen ums Leben. Die übrigen 20 Insassen überleben teilweise schwer verletzt.
Die Katastrophe beendet die Karriere der erfolgreichen Southern-Rock-Band zunächst abrupt. Mit Hits wie „Sweet Home Alabama“ und „Free Bird“ hatte sie zuvor Millionen Fans begeistert. Erst zehn Jahre später kehrt Lynyrd Skynyrd mit Ronnie Van Zants jüngerem Bruder Johnny als Sänger auf die Bühne zurück.
1982: Eine Fußballkatastrophe, die jahrelang verschwiegen wird: Am 20. Oktober 1982 spielt Spartak Moskau im UEFA-Pokal gegen den niederländischen Verein HFC Haarlem. Es ist bitterkalt, die Treppen im Moskauer Lenin-Stadion, dem heutigen Luschniki-Stadion, sind teilweise vereist. Gegen Ende der Partie verlassen zahlreiche Zuschauer ihre Plätze.
Als Spartak kurz vor Schluss ein weiteres Tor erzielt, kommt es im Bereich eines Ausgangs zu einem tödlichen Gedränge. Menschen werden auf den Treppen zu Boden gedrückt und erdrückt. Nach offiziellen sowjetischen Angaben sterben 66 Menschen, überwiegend junge Fußballfans.
Doch die sowjetischen Behörden halten das Ausmaß der Katastrophe weitgehend unter Verschluss. Erst Jahre später wird öffentlich ausführlicher darüber berichtet. Bis heute gibt es Zweifel an der offiziellen Opferzahl. Einige spätere Schätzungen gehen von deutlich mehr Toten aus.
2020: Eine Raumsonde berührt einen Asteroiden in Millionen Kilometern Entfernung: Am 20. Oktober 2020 gelingt der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ein spektakuläres Manöver. Die Raumsonde OSIRIS-REx nähert sich dem Asteroiden Bennu und berührt für wenige Sekunden dessen Oberfläche.
Mit einem speziellen Sammelarm nimmt die Sonde Staub und kleine Gesteinsbrocken auf. Anschließend entfernt sie sich wieder vom Asteroiden. Das Manöver findet mehr als 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt statt und wird vollständig aus der Ferne gesteuert.
Die Mission soll Wissenschaftlern helfen, die Entstehung unseres Sonnensystems besser zu verstehen. Am 24. September 2023 erreicht eine Kapsel mit den gesammelten Proben schließlich die Erde. Damit können Forscher erstmals größere Mengen Material eines von einer NASA-Sonde beprobten Asteroiden direkt im Labor untersuchen.
Ein historisches Versprechen, ein politischer Machtkampf, zwei schreckliche Katastrophen und ein außergewöhnlicher Erfolg der Raumfahrt: Der 20. Oktober zeigt, wie eng Tragödien, menschliche Entscheidungen und wissenschaftlicher Fortschritt in der Geschichte miteinander verbunden sind.
Und wer weiß, welches Ereignis eines Tages dafür sorgen wird, dass auch der 20. Oktober 2026 in die Geschichtsbücher eingeht.

