Hauenstein: Ein Notruf wegen akuter Brustschmerzen endet in der Verbandsgemeinde Hauenstein in der Südwestpfalz am gestrigen Donnerstag mit einem Polizeieinsatz. Am späten Nachmittag hindert ein Mann Rettungsdienstpersonal daran, seinen eigenen Vater medizinisch zu versorgen. Erst mit Unterstützung der Polizei gelingt es den Helfern schließlich, sich um den Patienten zu kümmern.
Kurz nach 17 Uhr schlägt die Rettungsleitstelle Alarm. Der Grund: Ein 76 Jahre alter Mann klagt über akute Schmerzen im Brustbereich. Das könnte ein Anzeichen für einen akuten Herzinfarkt sein! Ein Rettungsteam macht sich auf den Weg und trifft nach wenigen Minuten an der Einsatzstelle ein. Doch vor Ort stellt sich den Helfern ein unerwartetes Hindernis in den Weg. Der erwachsene Sohn des Seniors verweigert dem Rettungsdienst, seinen Vater zu behandeln.
Der Mann zeigt sich uneinsichtig, lässt die Retter nicht arbeiten. Auch nach gutem Zureden blockiert er die Behandlung weiter, statt den Weg für die Helfer freizumachen. Die Besatzung sieht sich gezwungen, polizeiliche Unterstützung anzufordern.
Auch als die Beamten am Einsatzort eintreffen, ändert sich an der Haltung des Sohnes nichts. Die Lage spitzt sich zu. Damit der Patient endlich die dringend notwendige Versorgung erhält, greifen die Polizisten durch. Sie legen dem Sohn Handfesseln an. Der Mann wehrt sich, stemmt sich gegen die Fixierung und leistet Widerstand. Erst nachdem der Sohn gebändigt ist, können sich die Rettungskräfte ungehindert um den Senior kümmern.
Hinter dem Verhalten des Mannes steckt nach ersten Erkenntnissen offenbar eine krankheitsbedingte psychische Ausnahmesituation, in der er sich zum Zeitpunkt des Einsatzes befindet. Am Ende kommen beide Männer zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus – der Vater mit seinen Beschwerden im Brustbereich und der Sohn, dem nun psychiatrisch professionell geholfen werden kann.


