Ahmet G. gesteht tödliche Schüsse auf Polizeibeamten

Saarbrücken/Völklingen: Im Prozess um den getöteten Polizeibeamten Simon Bohr hat der angeklagte Ahmet G. ein Geständnis abgelegt. Der 19-Jährige berichtet nicht selbst über die Tat, sondern lässt seinen Verteidiger eine schriftliche Erklärung vorlesen. Demnach schwänzt der Heranwachsende an diesem Tag die Schule. Er geht mit seinem Vater an der Völklinger Esso-Tankstelle seine Handy-Karte aufladen, danach noch ein Eis essen.

Wieder daheim zockt er Videospiele und beschließt gegen 17.40 Uhr ohne besonderen Grund, die Aral-Tankstelle zu überfallen. Über seinen Verteidiger gibt der Beschuldigte dann zu, die Tankstelle mit einem Buttermesser aus der Küche und einer Unterhose über dem Kopf überfallen zu haben und im Anschluss zu Fuß geflüchtet zu sein. Wie Rehberger weiter berichtet, hat sein Mandant große Angst vor Sirenen. Entsprechend in Panik sei er dann geraten, als der große Streifenwagen angefahren sei. Nachdem der Polizeischüler ihn ergriffen habe, ging Ahmet G. davon aus, dass er nun festgenommen werde.

Stattdessen habe er gesehen, dass Simon Bohr auf ihn geschossen hätte und auch etwas verspürt, das ihn getroffen habe. Tatsächlich hat der Polizeibeamte einen Taser abgefeuert. Der Völklinger sei nun immer weiter in Panik geraten. Rehberger: „Er hatte Angst um sein Leben.“ Da habe er das Waffenholster des Polizeischülers bemerkt, die Pistole gegriffen und geschossen. „Er war überrascht, wie leicht er die Waffe aus dem Holster nehmen und einen Schuss abgeben konnte.“ Auch die weiteren Schüsse gibt der Angeklagte zu. Die aus nächster Nähe auf Simon Bohr und auch die Schüsse auf die kurze Zeit später hinzukommenden Beamten:

„Er hatte weiterhin Angst um sein Leben.“ Nachfragen des Gerichts, der Nebenkläger, der Staatsanwaltschaft oder der Gutachter lässt der Angeklagte nicht zu. Richterin Jennifer Klingelhöfer fragt Ahmet G.: „Soll das Ihre Einlassung sein?“ Antwort: „Mhm.“