Saarlouis: Großeinsatz für die Feuerwehr und den Rettungsdienst am heutigen Dienstagvormittag im Saarlouiser Stadtteil Fraulautern. Kurz vor 9 Uhr herrscht in der Gemeinschaftsschule Martin Luther King in der Kreuzbergstraße ganz normaler Unterrichtsbetrieb. Plötzlich klagen mehrere der Schüler über gesundheitliche Beschwerden: Die Kinder und Jugendlichen werden von Atemwegsproblemen und tränenden Augen geplagt. Das Lehrpersonal löst umgehend Alarm aus und wählt den Notruf.
Die Freiwillige Feuerwehr Saarlouis sowie weitere Einheiten des ABC-Zugs aus dem gesamten Landkreis Saarlouis rücken zu dem Schulgebäude aus. Da eine große Zahl von Verletzten zu befürchten steht, schickt die Integrierte Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg außerdem mehrere Rettungswagen sowie den Leitenden Notarzt und den Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes an die Schule. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte haben die Kinder und die Lehrer den betreffenden Bereich bereits verlassen. Es wird eine Kräftesammelstelle eingerichtet, die Feuerwehr nimmt Messungen vor.
Währenddessen untersucht der Rettungsdienst die betroffenen Schulkinder. Zwei Patienten werden eingehender untersucht, nachdem sie über starke Beschwerden klagen. Nach bisherigen Informationen wird allerdings niemand schwer verletzt. Pascal Fontaine, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis: „Wir konnten keine auffälligen Werte von chemischen Substanzen nachweisen.“ Es steht der Verdacht im Raum, dass möglicherweise ein Reizstoff wie Pfefferspray oder Tränengas versprüht worden ist.
Auch die Polizei ist daher vor Ort und hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Bislang ist über mögliche Täter allerdings noch nichts bekannt, die Behörden schweigen noch zu dem Vorfall. Die älteren Schüler, die nicht mehr der Aufsichtspflicht durch die Schule unterliegen, werden für den Rest des Tages nach Hause geschickt. Die jüngeren werden im Schulgebäude betreut, der Unterricht fällt heute allerdings aus. Über ein internes Benachrichtigungssystem werden die Eltern informiert.
