Saarbrücken: Ungewöhnliches Schauspiel über dem saarländischen Himmel am heutigen Sonntagabend. Um 18,55 Uhr ist in der Dämmerung plötzlich ein heller Lichtschweif zu sehen. Er zieht eine Spur hinter sich her wie ein Kondensstreifen, wie sie von Flugzeugen bekannt sind. Dann gibt es zwei Blitze, die den Himmel erhellen wie bei einem Gewitter. Wenige Augenblicke später bricht das leuchtende Objekt in mehrere Teile und verglüht dann offenbar in der Erdatmosphäre (Foto: Leserreporter Jonas Klemmer). In einigen Gegenden, etwa im Bereich von Homburg, berichten Lesereporter zudem von einem lauten Knall, der in diesem Moment zu hören ist. Andernorts, wie in Saarbrücken, spielt sich das Ganze völlig lautlos ab.
Bei der Polizei in Saarbrücken gehend umgehend zahlreiche Notrufe ein. Im aktuell andauernden Iran-Krieg beschießt das Mullah-Regime derzeit unter anderem verstärkt US-amerikanische Militärziele. Auch in Europa, genauer gesagt auf Zypern, hat es schon Einschläge gegeben. Mit Blick auf die rings um das Saarland verteilten US-Einrichtungen wie etwa in Ramstein haben viele Menschen verständlicherweise Angst, als sie das Himmelsphänomen beobachten. Die Polizei kann allerdings schnell beruhigen: Es handelt sich nicht um einen militärischen Vorfall.
Eine erste Theorie stellt das Weltraum-Atelier, ein Wissenschaftsmuseum in St. Ingbert, auf. Den Betreibern zufolge könnte es sich um die zweite Stufe einer Falcon-9-Rakete handeln, die in der Atmosphäre verglüht ist. Die Falcon 9 ist eine zweistufige Trägerrakete, die vom US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen SpaceX eingesetzt wird. Das Unternehmen gehört Milliardär Elon Musk und befördert unter anderem Satelliten ins Weltall. Das Besondere der Rakete ist, dass fast alle Teile wiederverwendet werden können. Einzige Ausnahme: Die zweite Stufe, die regelmäßig beim Wiedereintritt zur Erde verglüht.
Eine andere Erklärung bietet die Luxemburger Wissenschaftsseite Météo Réimech, die von einem Meteor ausgeht. Genauer gesagt, glaubt man dort an einen sogenannten Boliden, wobei es sich um einen besonders hellen Meteor handelt. Ein militärischer Vorgang wird jedenfalls von allen Seiten ausgeschlossen.
