
Weiskirchen: Im Wildpark Weiskirchen sind zwei tote Rothirsche gefunden worden – jetzt steht fest, dass ein Wolf für die Angriffe verantwortlich ist. Wie das saarländische Umweltministerium mitteilt, wurden genetische Spuren ausgewertet und eindeutig einem Wolf zugeordnet.
Die Proben stammen von Bissstellen sowie Urin an den Fundorten und wurden im Senckenberg-Labor in Frankfurt untersucht. Die beiden Vorfälle ereigneten sich am 19. und 20. November. Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich nicht um ein Tier aus dem bekannten Wolfsrudel, das sich seit geraumer Zeit im Hochwald zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz aufhalten soll.
Vielmehr deutet die Analyse darauf hin, dass ein einzelner Wolf unterwegs ist – derselbe, der zuvor bereits in Rheinland-Pfalz und Hessen genetisch nachgewiesen wurde. Um mögliche weitere Entwicklungen zu dokumentieren, hat das Umweltministerium inzwischen Maßnahmen eingeleitet. Dazu zählt unter anderem der Einsatz einer Wildkamera im Bereich des Wildparks.
Parallel wird die Situation weiter beobachtet, um einzuschätzen, ob es sich um einen einmaligen Vorfall oder wiederkehrendes Verhalten handelt. Der Wolfsbestand im Saarland bleibt weiterhin Thema in der öffentlichen Diskussion. Bereits mehrere bestätigte Nachweise wurden in diesem Jahr gemeldet – darunter Fotos von Jägern, die im Oktober nahe Weiskirchen aufgenommen wurden.
Ob sich im Grenzgebiet tatsächlich ein Rudel etabliert hat oder die Tiere nur durchziehen, ist bisher unklar. Die Auswertung weiterer Daten soll nun genauere Antworten liefern.
