Nach tödlichem Angriff auf Serkan C.: Bodycams für alle Schaffner beschlossen

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Berlin: Nach dem tödlichen Angriff auf Zugbegleiter Serkan C. im Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg (wir berichteten mehrfach) sollen jetzt die ersten Konsequenzen folgen. Seit dem Morgen sitzen in Berlin Bahn-Chefs, Vertreter von Bund und Ländern, Gewerkschafter und Aufgabenträger aus dem den öffentlichen Nahverkehr bei einem Sicherheitsgipfel zusammen. Wie die Bild-Zeitung erfahren haben will, soll es nun eine erste beschlossene Maßnahme geben:

Demnach werden in Deutschland alle Bahnmitarbeiter, die Kundenkontakt haben, mit Bodycams ausgestattet. Neben den Zugbegleitern im Nah- und Fernverkehr soll das auch für das Personal an Bahnhöfen gelten. Die Maßnahme geht Gewerkschaftern noch nicht seit genug: Sie fordern, dass Kontrolleure in Zukunft nur noch zu zweit auf Streife geschickt werden sollen, wie es bei der Polizei schon lange üblich ist. Anlass des Bahn-Gipfels ist der tödliche Vorfall am Montag vergangener Woche.

Im Regionalexpress 4131 aus Rheinland-Pfalz in das Saarland war Kontrolleur Serkan C. (36) von einem Schwarzfahrer attackiert und schwer am Kopf verletzt worden. Trotz Reanimationsversuchen von Passagieren, Polizeibeamten und des Rettungsdienstes starb der alleinerziehende Vater zweier Söhne aus Ludwigshafen am folgenden Tag an seinen schweren Verletzungen in der Uniklinik in Homburg. Eine Bodycam könnte Angriffe wie diesen zwar nicht verhindern.

Allerdings ändert sich durch die bloße Vorstellung, bei einer Tat gefilmt zu werden, das Verhalten von potenziellen Straftätern. Zudem können Bodycams dabei helfen, im Nachhinein die Identität von Verdächtigen zu klären und begangene Taten genau zu dokumentieren und letztlich gerechter zu bestrafen. Bei der Polizei finden Bodycams, auch im Saarland, bereits Anwendung und werden dort mittlerweile als wichtiges Einsatzmittel geschätzt.