Saar-Handelsriese Globus in Epstein Files entdeckt

St. Wendel: Das St. Wendeler Handelsunternehmen Globus ist Thema in E-Mails, die in den sogenannten Epstein Files zu finden sind. Der deutsch-französische Geschäftsmann David Stern schreibt am 26. August 2009 an Jeffrey Epstein eine Nachricht, in der es um das saarländische Unternehmen geht. Stern schreibt: „Globus ist eine große deutsche Supermarktkette und Kunde unseres Immobiliengeschäfts. Sie haben erfolgreiche Geschäftsaktivitäten in Russland und der Ukraine, können aber wegen der Bank nicht weiter expandieren.

Die Finanzierung ist ausgetrocknet. Sie luden mich ein, mir ihre Geschäftsabläufe und diese Gelegenheit anzusehen. Also fliege ich jetzt nach Odessa.“ Odessa ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer im Süden der Ukraine. Weiter schreibt Stern: „Das könnte ein interessantes Geschäft für Dich [oder Sie] und mich sein.“ Epstein werde auf jeden Fall einen Bericht von Stern über das Treffen erhalten. Tatsächlich hatte Globus mit seinem Russland-Geschäft Medienberichten zufolge im Jahr 2009 Probleme.

Unter anderem soll demnach die Errichtung mehrerer Einkaufsmärkte verschoben worden sein. Man habe nach „Finanzierungsalternativen“ gesucht, um das Russland-Geschäft in Schwung zu bringen. Hier kam offenbar David Stern ins Spiel, der über den Sachverhalt wiederum Epstein in Kenntnis setzte. Stern gründete das Unternehmen Asia Gateway Limited im Jahr 2002, unter dessen Namen er die Globus-Mail an Jeffrey Epstein verfasste.

Aber hat das Treffen in Odessa tatsächlich stattgefunden und hat es Handelsbeziehungen zwischen Globus und den E-Mail-Beteiligten gegeben? Auf eine Nachfrage der „Saarbrücker Zeitung“ lässt der St. Wendeler Konzern mitteilen: „Globus hatte zu keinem Zeitpunkt Geschäftsbeziehungen zu David Stern oder Jeffrey Epstein.“ Tatsächlich ist der Begriff „Globus“ zwar 33 Mal in den Epstein Files zu finden. Es geht aber nur in zwei Dokumenten um das saarländische Unternehmen. Beide PDFs beinhalten nur die Mail vom 26. August 2009.