Homburg/Landstuhl: Neue Details zum tödlichen Angriff auf Zugbegleiter Serkan C. Nach Angaben der BILD-Zeitung war der mutmaßliche Totschläger nicht alleine unterwegs. Vielmehr war der 26-jährige Verdächtige Teil einer Gruppe bestehend aus drei weiteren Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Sie hatten es sich im Regionalexpress 4131 gemütlich gemacht, als Schaffner Serkan C. kurz nach der Abfahrt im Bahnhof Landstuhl die Fahrkarten kontrollieren wollte.
Der spätere, mutmaßliche Totschläger hatte allerdings kein gültiges Ticket bei sich. Er stand auf, ging auf Serkan C. zu und drängte ihn beiseite. Zudem drohte er ihm mit der geballten Faust. Nachdem der Zugbegleiter dem 26-Jährigen erklärte, dass seine Fahrt am nächsten Bahnhof zu Ende sei und ihn des Zuges verwies, rastete der Angreifer dann aus. Er schlug wie von Sinnen auf den wehrlosen Mann ein, bis sein Opfer zusammenbrach. Soweit die Schilderungen des Tatablaufs in der BILD-Zeitung. Die Polizei bestätigt bislang nur, dass das Opfer mehrere Schläge direkt gegen den Kopf erlitt.
Dem Blatt zufolge traf die Bundespolizei etwa zehn Minuten nach dem Angriff vor Ort ein, als der Zug im saarländischen Homburg stoppte. Weitere zehn Minuten soll es gedauert haben, bis der Notarzt dann am Tatort eintraf. Der Homburger Hauptbahnhof ist keine drei Kilometer von der Gemeinsamen Notaufnahme der Chirurgie und Inneren Medizin am Uniklinikum entfernt, mit dem Auto braucht man für diese Strecke normalerweise acht Minuten. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, ist schockiert: „Der tragische Tod macht mich fassungslos und traurig.
Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Serkan C., seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen. Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen aufs Schärfste diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum kommt es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen? Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben. Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land. Wir bei der Bahn trauern.“ Um 15 Uhr soll es eine Schweigeminute an allen deutschen Bahnhöfen und in allen Zügen geben. Beim Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen 26-jährigen Griechen. Er hat keinen Wohnsitz in Deutschland.
