Homburg: Ein verheerender Kellerbrand sorgte am späten Mittwochabend für einen Großeinsatz in der Berliner Straße in Homburg-Erbach.
39 Menschen rettete die Feuerwehr, 24 davon über die Drehleiter und 15 über eine freistehende Steckleiter an der Hausfassade. Noch nie wurden im Saarland so viele Menschen über Dreh- und Steckleiter in Sicherheit gebracht.
Das vollständig verrauchte Treppenhaus machte ein Verlassen des Gebäudes auf dem normalen Wege unmöglich und lebensgefährlich.
Bei den umständlichen Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrleute verletzt. Die extreme Hitze im Keller führte trotz hochwertiger Schutzkleidung zu leichten Verbrennungen. Vier komplette Sätze Schutzkleidung sind der Hitze und den Flammen zum Opfer gefallen und vollständig zerstört. Die beiden verletzten Kameraden mussten glücklicherweise nicht im Krankenhaus behandelt werden. Die Bilder nach dem Innenangriff sprechen eine deutliche Sprache!
Aufgrund freiliegender Stromkabel und Leitungen im Keller muss im ganzen Haus der Strom durch die Stadtwerke vor Ort abgeschaltet werden. Es ist aufgrund immenser Rauchschäden im Treppenhaus und in einzelnen Wohnungen vorerst vollständig unbewohnbar.
Zwischenzeitlich befanden sich 6 RTW, 2 NEF, der Gerätewagen-Rettung und die mehrköpfige Einsatzleitung des Rettungsdienstes vor Ort.
Die Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK Homburg richtete in der Luitpoldturnhalle zuerst die Sammelstelle für Patienten sowie Betroffene ein, später wurden hier 25 Anwohner über Nacht untergebracht, bis am nächsten Morgen die weitere Unterbringung durch die Stadt Homburg geklärt werden kann.
Das THW Homburg stellte an der gesamten Einsatzstelle sowie im Nachbarhaus, welches ebenfalls durch die Stromabschaltung betroffen war, eine Notbeleuchtung und in einer Wohnung mittels Heizgerät die Versorgung einer pflegebedürftigen Frau sicher.
Zur Unterstützung der Homburger rückte die Feuerwehr Bexbach mit dem Einsatzleitwagen an der Einsatzstelle sowie mit einem kompletten Löschbezirk zur Absicherung der übrigen Stadt für weitere Einsätze an.
Auch die Werkfeuerwehr Bosch mit speziellen Lüftern, die Feuerwehr Blieskastel mit Gerätewagen-Atemschutz sowie einer Verpflegungseinheit waren vor Ort.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Der Einsatz belief sich auf ca. 6 Stunden Arbeit vor Ort. Im Nachgang folgen noch in den frühen Morgenstunden und den nächsten Tagen viele weitere Stunden Materialpflege, Wäsche von Einsatzkleidung, Reinigung von Atemschutzgeräten und -masken sowie Schläuchen und allem anderen Einsatzmaterial.
Foto: Feuerwehr Homburg
