Perl: Am Grenzübergang zwischen dem saarländischen Perl-Nennig und dem luxemburgischen Remich hat der Zoll am gestrigen Dienstagabend ausgiebige Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Der Grund dafür dürfte klar sein: Deutlich mehr Autofahrer als üblich nutzen aktuell die viel günstigeren Spritpreise in unserem Nachbarland. Während der Liter Super dort zwischen etwa 1,56 Euro und 1,65 Euro kostet, liegen die Preise an saarländischen Tankstellen bei mehr als zwei Euro. Dadurch lassen sich pro Liter gut 50 Cent sparen und auch die Anfahrt von weiter weg wird finanziell interessant.
Zwar nehmen die Zöllner gestern wie üblich die Einhaltung der Einfuhrmengen von Zigaretten, Alkohol oder Bargeld unter die Lupe. Aber auch für mitgeführte Reservekanister oder andere Gefäße mit Benzin und Diesel interessieren sich die Beamten. Denn was nicht jedem bewusst ist: Bei der Einreise nach Deutschland sind maximal 20 Liter Kraftstoff in einem Reservekanister pro Fahrzeug erlaubt. Außerdem muss der Kraftstoff zum Fahrzeug passen. Bei einem Dieselauto beispielsweise darf also kein Benzin im Kanister transportiert werden.
Gleich zu Beginn der Kontrolle werden zwei Autofahrer mit jeweils einem zusätzlichen gefüllten 20-Liter-Kanister erwischt. Sie müssen rund 13 Euro Einfuhrsteuern bezahlen. Da beide den zusätzlichen Kanister bei der Befragung direkt angegeben haben, verzichtet der Zoll auf weitere Sanktionen. Ein Autofahrer erklärt, dass er einer Fehlinformation an der Tankstelle aufgesessen sei und deshalb zwei Kanister mitgenommen habe (Foto: Blaulichtreport-Saarland / Thorsten Kremers). Verrückt: Trotz der nachzuzahlenden Steuer bleibt für ihn dennoch ein deutlicher Preisvorteil beim Tanken im Nachbarland.
Die mobile Kontrolle endet gegen 22 Uhr. Laut Hauptzollamt Saarbrücken werden bei der Maßnahme überwiegend kleinere Verstöße festgestellt mit jeweils rund 20 Litern zu viel eingeführten Kraftstoffs festgestellt. Auch in der näheren Zukunft muss mit Sprit-Kontrollen gerechnet werden.
