30 Jahre nach Mordanschlag: Verdächtiger im Fall Yeboah festgenommen

Saarlouis: 30 Jahre nach der Tat steht ein rechtsextremistisch motivierter Mord im Saarland offenbar vor der Aufklärung. Im Auftrag der Bundesanwaltschaft ist am heutigen Montagmorgen in Saarlouis der 50 Jahre alte Peter S. festgenommen worden. Er soll noch heute beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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Der soll darüber entscheiden, ob die Beweise gegen den 50-Jährigen für einen Untersuchungshaftbefehl ausreichen. Die Bundesanwaltschaft wirft Peter S. vor, im ehemaligen Hotel „Weißes Rößl“ in Fraulautern, das damals als Asylheim genutzt wurde, in den frühen Morgenstunden am 19. September 1991 gegen 3.30 Uhr Feuer gelegt zu haben.
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Dort schliefen zur Tatzeit 21 Menschen. 18 Bewohner konnten sich unverletzt ins Freie retten, zwei wurden beim Sprung aus einem Fenster verletzt. Der aus Ghana stammende 27-jährige Samuel Yeboah erlitt schwerste Verbrennungen, er starb kurze Zeit nach seiner Rettung in einem Krankenhaus. Lange Zeit gab es keine Hinweise auf die Täter, das Weiße Rößl wurde abgerissen und es wurde still um den Fall.
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Bis es im vergangenen neue Hinwesie gibt. Die Wohnung von Peter S. wird durchsucht, Beweise gesichert. Für einen Haftbefehl langt der Anfangsverdacht damals noch nicht. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft genügend Beweise gesammelt, um den Verdächtigen festnehmen zu lassen. Den Ermittlungen zufolge soll sich Peter S. am Abend in einer Gaststätte in Saarlouis mit rechtsextremistischen Gesinnungsgenossen getroffen. Dabei soll unter anderem über die rassistischen Brandanschläge auf Ausländerunterkünfte in Hoyerswerda gesprochen worden sein.
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Die Teilnehmer der Runde sollen deutlich gemacht haben, dass sie die Begehung solcher Anschläge auch in Saarlouis gutheißen würden. Nach Schließung der Gaststätte soll sich der Beschuldigte dann alleine zu dem Wohnheim für Asylbewerber in der Saarlouiser Straße begeben haben, wo er das Feuer gelegt haben soll.

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