80.000 Sonderimpfungen gehen hauptsächlich an Personal von Großbetrieben

Saarbrücken: 80.000 zusätzliche Impfdosen sind beim großen Impfgipfel in der vergangenen Woche für das Saarland herausgesprungen. Fünf Bundesländer bekommen mehr Impfstoff von Biontech, Begründung für das Saarland und Rheinland-Pfalz: die Grenze zum Virusvariantengebiet im französischen Département Moselle. Die Inzidenz dort droht gerade wieder, die Marke von 300 zu überschreiten. Zudem ist die gefürchtete südafrikanische Variante dort stark verbreitet.

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Heute haben das Saarland und Rheinland-Pfalz bekannt gegeben, wie der zusätzliche Impfstoff verwendet wird. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat am Morgen erklärt, die Impfungen in den Landkreisen verteilen zu wollen, die direkt an das französische Risikogebiet grenzen. Die Sonderlieferung für das Saarland soll dagegen nicht in bestimmten Gebieten eingesetzt werden, sondern in „Bereichen“, die bezüglich eines Eintrages aus dem Virusvariantengebiet Moselle gefährdet sind. Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) erklärt, wie das Saarland mit dem zusätzlichen Impfsegen umgeht:
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„Wir werden die zusätzlichen Impfdosen in Abstimmung mit den jeweiligen Betriebsärzten primär in saarländischen Unternehmen mit vielen Grenzgängern und Pendlern impfen.“ Das klingt nach Großbetrieben wie ZF oder Ford. Für die Impflinge aus diesen Unternehmen wird also wohl die Priorisierung, durch die zehntausende Berechtigte derzeit auf Impflisten warten, umgangen.
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Die Mitteilung des Ministeriums klingt zudem, als ob Pendler kleinerer Betriebe leer ausgehen könnten. Das Sonderkontingent soll voraussichtlich nächste Woche ins Saarland geliefert werden. „Dementsprechend können wir direkt nach Ostern mit den Impfungen beginnen“, sagt Bachmann optimistisch voraus. Die 80.000 Impfdosen würden ausreichen, um etwa vier Prozent aller Saarländer erst- und zweitzuimpfen.

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