Völklingen: Die Tat schockte im April das Saarland: Spätabends explodierte in einer Unterführung in der Völklinger City ein Paket, riss einen 32 Jahre alten Mann in den Tod. Vier weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach wenigen Tagen präsentierte die Polizei einen Tatverdächtigen. Der Mann aus dem Stadtteil Ludweiler kam in Untersuchungshaft, seine Wohnung wurde durchsucht. Dabei fanden die Ermittler eigenen Angaben zufolge auch Chemikalien, die zum Bau von Bomben verwendet werden können.
Wie der „SR“ jetzt berichtet, reichen die Beweise gegen den 45-Jährigen jetzt aber offenbar nicht mehr aus, um einen dringenden Tatverdacht zu begründen: Der Mann ist mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Veranlasst hat das die gegen ihn ermittelnde Staatsanwaltschaft selbst. Sie geht mittlerweile nur noch von einem einfachen Tatverdacht aus, nicht mehr von einem dringenden.
Demnach hat der Mann die Tat wohl auch nicht eingeräumt. Ob die bei ihm aufgefundenen chemischen Substanzen zu denen aus der Bombe passen, lässt die Strafverfolgungsbehörde offen. So bleibt zunächst unklar, um welche Art von Sprengstoff es sich gehandelt hat. „BILD“ hatte schon kurz nach der Tat berichtet, es solle sich um den hochgefährlichen Stoff Triacetontriperoxid, kurz TAPT, handeln. Dazu äußern sich die Behörden weiterhin nicht.
Auch, wie genau das Paket in die Hände des Opfers gelangte, ist derzeit offenbar nicht abschließend geklärt. Die Ermittler sind zunächst davon ausgegangen, dass die Bombe als Drogenpaket getarnt vom Opfer geöffnet worden ist. Denn in der Wohnung des Tatverdächtigen sind bei der Durchsuchung neben den Chemikalien auch Drogen entdeckt worden.
Die vier weiteren Männer, die bei der Explosion teils schwere Verletzungen davongetragen haben, sind mittlerweile alle aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Ermittlungen der Polizei laufen weiter.

