Völklingen/Großrosseln: Auf dem Gelände der Chemieplattform Carling im benachbarten Frankreich hat es am heutigen Montagvormittag einen Störfall gegeben. Nähere Informationen dazu sind aktuell noch nicht bekannt. Weil der 3.000-Seelen-Ort direkt an das deutsche Völklingen grenzt, hat der Vorfall auch Auswirkungen im Saarland. Über die Katastrophenschutz-Apps NINA und Katwarn wird aktuell die Bevölkerung über das Geschehen informiert.
In der Meldung von 9.01 Uhr heißt es, es gebe eine Geruchsbelästigung durch einen Stoffaustritt im Chemiewerk Carling. Der Wortlaut der Gefahreninformation: „Durch einen Stoffaustritt in der Chemieplattform Carling / Frankreich kann es in der Stadt Völklingen (Stadtteile Lauterbach und Ludweiler) und in der Gemeinde Großrosseln (Ortsteile Dorf im Warndt, Naßweiler und St. Nikolaus) zu einer Geruchsbelästigung kommen.“
Die Handlungsempfehlung der Behörden: „Informieren Sie Ihre Nachbarn. (…) Schalten Sie die Belüftung aus. (…) Schließen Sie vorsorglich Fenster und Türen.“ Außerdem sollen Bürger im Notfall über Notruf die Polizei oder die Feuerwehr rufen. Die Behörden wollen erneut informieren, sobald die Gefahr vorüber ist.
Auf dem Gelände der Chemieplattform kommt es immer wieder zu sicherheitsrelevanten Vorfällen, die auch im Saarland für Beeinträchtigungen sorgen. Es handelt sich bei der Anlage um einen Industriekomplex der Petrochemie, das in den 1960er-Jahren errichtet worden ist. Heute bestehen dort Produktionsanlagen mehrerer Unternehmen. Größter Betrieb des Chemiekomplexes ist TotalEnergies.
Der Konzern produziert in Carling unter anderem 320.000 Tonnen Ethylen, 215.000 Tonnen Propylen, 180.000 Tonnen Benzol, 110.000 Tonnen Polyethylen sowie 215.000 Tonnen Polystyrol pro Jahr. TotalEnergies beschäftigt am Standort Carling 560 Mitarbeiter, unter anderem auch aus dem Saarland.
Karte: Google Maps

