Bachmanns Plan kassiert: 80.000 Impfdosen landen doch nicht bei Großbetrieben

Saarbrücken: Ein weiterer Fehler bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie wird im Saarland korrigiert! Am Dienstagabend informierte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) noch darüber, wie sie die 80.000 zusätzlichen Impfdosen, die dem Saarland beim Impfgipfel zugesprochen worden waren, verwenden wollte: „Wir werden die zusätzlichen Impfdosen in Abstimmung mit den jeweiligen Betriebsärzten primär in saarländischen Unternehmen mit vielen Grenzgängern und Pendlern impfen.“

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Zu Deutsch: Statt die Impfdosen an die zu verteilen, die sie am dringendsten brauchen – Alte, Schwerkranke und medizinisches Personal – sollten hauptsächlich die Mitarbeiter der großen Betriebe vorgezogen werden! Und das auch noch vorbei an den Impflisten, auf denen zehntausende Menschen teilweise seit Wochen auf den ersehnten Impftermin warten. Anders als in Rheinland-Pfalz, das wegen der Grenze zum französischen Département Moselle ebenfalls zusätzliche Impfdosen erhalten hat. Dort erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), man werde die zusätzlichen Impfungen an die Impfzentren in den grenznahen Landkreisen verteilen, um dort das Tempo bei der Impfung zu erhöhen.
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Nachdem es für den saarländischen Weg Kritik hagelte, hat nun der Ministerrat die Entscheidung der Gesundheitsministerin kassiert. Stattdessen erklärt Ministerpräsident Tobias Hans heute Morgen: „Wir haben entschieden, dass es der sinnvollste Weg ist, dass wir tatsächlich diese 80.000 zusätzlichen Dosen über das System der von der Stiko [Ständige Impfkommission] vorgesehenen Impfpriorisierung an die Impfzentren geben. Aber: Das kann nicht so laufen, wie es bisher läuft im normalen Tempo, sondern diese Dosen werden ja zusätzlich kommen. Wir werden extreme Anstrengungen an den Tag legen, um die 80.000 Dosen dann auch schnellstmöglich zu verimpfen. Wir werden Sonderschichten fahren an den Impfzentren.“ Aber nicht nur dort sollen die zusätzlichen Impfdosen landen. Hans verspricht:
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„Es werden die Ärztinnen und Ärzte eingebunden, um vor Ort impfen zu können und das auch verstärkt.“ Der zusätzliche Impfstoff von Biontech reicht für beide Impfungen von etwa vier Prozent der saarländischen Bevölkerung aus.

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