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Betreuerin springt in Todesangst vor Messerstecher (15) vom Balkon

Neunkirchen: Dramatische Szenen in der Nacht zu Mittwoch in der Inobhutnahme- und Clearingstelle Neunkirchen in der Gabelsberger Straße. Dort findet die Polizei gegen 0.45 Uhr eine stark blutende Erzieherin auf der Straße vor dem Gebäude der Jugendhilfe-Einrichtung. Die Frau kommt sofort ins Krankenhaus, sie ist schwer verletzt, aber mittlerweile außer Lebensgefahr. Dann ermitteln die Beamten, was passiert ist: Gegen 23.30 Uhr will einer der jungen Bewohner die Wohngruppe verlassen und nochmal nach draußen, was die Betreuerin ihm untersagt. Daraufhin kommt es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, dann schlägt der Jugendliche auf die Erzieherin ein und drängt sie in einen Büroraum. Er zwingt die 29 Jahre alte Frau, ihm den Tresor des Hauses zu öffnen, daraus raubt er Bargeld und ein Handy. Als die Frau den Täter im Büro einschließen und die Türe von außen verriegeln will, nimmt der Jugendliche sich ein Messer und sticht auf die Frau ein. Sie kann den Angriff mit der Hand abwehren, wird dennoch verletzt. In Todesangst läuft die Frau zum Balkon, springt rund fünf Meter in die Tiefe. Doch der Jugendliche ist noch nicht fertig, auf der Straße will er die Frau offenbar weiter verletzen. Passanten halten ihn davon ab, der Angreifer flüchtet zu Fuß. Nach intensiver Fahndung kann die Polizei ihn kurze Zeit später am Neunkircher Hauptbahnhof festnehmen. Die Polizei ermittelt gegen den Jungen wegen gefährlicher Körperverletzung und auch wegen schweren Raubes, ein Richter erlässt Untersuchungshaftbefehl. Der 15-Jährige kommt in die Justizvollzugsanstalt Ottweiler, wo vor allem junge Straftäter untergebracht werden. In der Neunkircher Wohngruppe war er seit etwa einer Woche vom Jugendamt untergebracht nachdem der Verdacht aufkam, dass es in seinem Elternhaus zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein könnte.

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