
Spiesen-Elversberg. Es ist eines dieser Fußballspiele, bei denen die Zahlen kaum zum Ergebnis passen wollen: 26:7 Torschüsse, 74 Prozent Ballbesitz und unglaubliche 18:2 Ecken – und trotzdem ist der DFB-Pokal für die SV Elversberg beendet. Die SVE verliert an der heimischen Kaiserlinde mit 0:2 gegen den SV Darmstadt 98 und verpasst damit den Einzug ins Achtelfinale.
Dabei gehört die Partie über weite Strecken praktisch nur den Saarländern. Elversberg übernimmt vom Anpfiff weg die Kontrolle, hat nach elf Minuten zeitweise 80 Prozent Ballbesitz und drängt Darmstadt tief in die eigene Hälfte. Doch ausgerechnet die Gäste gehen mit ihrer ersten echten Möglichkeit in Führung: Der früh eingewechselte Lars Kehl zirkelt in der 6. Minute einen Freistoß aus rund 25 Metern traumhaft an den Innenpfosten und von dort zum 0:1 ins Netz.
Die SVE lässt sich davon nicht beeindrucken und startet einen regelrechten Dauerangriff. Campbell, Schmahl, Le Joncour und Co. kommen immer wieder zum Abschluss, Darmstadts Torhüter Marcel Schuhen steht zunehmend im Mittelpunkt. Nach 40 Minuten lautet die Torschussbilanz bereits 12:1, zur Pause sogar 14:1. Nur das Tor fehlt. Auch ein möglicher Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Futkeu und Petretta bleibt aus – Schiedsrichter Daniel Schlager lässt zu Recht weiterspielen.
Nach der Pause ändert sich am Bild zunächst nichts. Elversberg drückt, Darmstadt verteidigt – und trifft erneut. In der 56. Minute bekommen die Gäste eine Ecke zugesprochen. Duijvestijn bringt den Ball flach in den Fünfmeterraum, Milan Smit steht richtig und erzielt das 0:2. Zu diesem Zeitpunkt ist es erst der zweite Darmstädter Torschuss der Partie. Zwei Chancen, zwei Tore – brutale Effizienz der Hessen.
Nur fünf Minuten später bietet sich Elversberg die große Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Nach einer Kopfballverlängerung reagiert Noel Futkeu schneller als die Darmstädter Abwehr und kommt aus rund fünf Metern zum Abschluss. Doch der Ball kracht an die Latte. Auch danach gibt die SVE nicht auf. Trainer Vincent Wagner bringt unter anderem Luca Schnellbacher, Maurice Krattenmacher, Felix Keidel und später David Mokwa. Der Belagerungszustand vor dem Darmstädter Tor hält bis in die Schlussminuten an.
Doch an diesem Abend will der Ball einfach nicht ins Netz. Selbst in der Nachspielzeit kommt Mokwa noch zu zwei Abschlüssen, ohne Darmstadts Tor ernsthaft überwinden zu können. Nach 90 Minuten stehen schließlich Zahlen auf der Statistiktafel, die normalerweise einen klaren Elversberger Sieg vermuten lassen: 26:7 Torschüsse, 74 Prozent Ballbesitz und 18:2 Ecken. Das einzige entscheidende Ergebnis lautet jedoch 0:2. Während Darmstadt den Einzug ins Achtelfinale feiert, bleibt der SVE nach einer über weite Strecken starken Vorstellung nur ein bitteres Pokal-Aus vor heimischem Publikum.


