Endlich! Saarland beginnt mit massiver Suche nach Corona-Mutationen

Saarbrücken/Homburg: Weltweit sind in den vergangenen Wochen veränderte Varianten, sogenannte Mutationen, des neuartigen Corona-Virus aufgetreten. Es ist noch nicht ganz klar, wie diese Mutationen das Verhalten des Virus verändern. Experten glauben, dass die Mutationen eine höhere Ansteckungsrate, schwerere Krankheitsverläufe oder auch eine Wirkungslosigkeit der bisherigen Impfstoffe mit sich bringen können. Deshalb ist es derzeit besonders wichtig, zu untersuchen, wo diese Mutationen auftreten und wie häufig. Einige Länder betreiben dabei höheren Aufwand als andere.

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Im Saarland wird nun verstärkt untersucht, ob sich mutierte Corona-Viren bei uns verbreiten. Professor Jörn Walter vom Lehrstuhl für Genetik der Universität des Saarlandes erklärt: „Wir untersuchen bereits seit Mai 2020 mit modernsten Methoden, welche Virus-Varianten im Saarland zu finden sind. Bislang konnten wir mit Mitteln der Universität 200 Proben analysieren, in denen wir die viel diskutierten neuen Varianten (noch) nicht entdecken konnten. Die Zahl untersuchter Proben ist jedoch für eine belastbare Aussage noch zu klein. Wir werden unsere Arbeiten daher deutlich ausweiten. Die jetzt bewilligten Gelder des Landes bieten uns hier eine erste Unterstützung.“
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Die Staatskanzlei unterstützt die Forschung nun mit rund 80.000 Euro im Projekt „SaarCoSeq“. Als Grundlage dienen positive Corona-Proben, die das Institut für Virologie am Uniklinikum Homburg in den vergangenen Monaten aus dem gesamten Saarland gesammelt hat. Bis ins Frühjahr hinein sollen weitere positive Proben aus den Landkreisen und dem Regionalverband hinzukommen. Professorin Sigrun Smola, Chef-Virologin an der Universität in Homburg:
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„Aus den von uns bislang mehr als 100.000 PCR-getesteten Abstrichproben konnten wir eine Biobank mit über 5.800 SARS-CoV-2-positiven Restproben anlegen. Wir freuen uns über die Bewilligung des Projekts, das uns nun erlauben wird, in deutlich mehr Proben nach den neuen Varianten zu fahnden. Damit können wir feststellen, ob diese bereits im Saarland angekommen sind.“

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