Teneriffa: Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Er starb am gestrigen Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Mit liebevoll illustrierten Büchern wie „Oh, wie schön ist Panama“ begeisterte der Künstler seit den 1970er-Jahren Kinder in aller Welt.
Geboren wurde Janosch am 11. März 1931 als Horst Eckert in Hindenburg in Oberschlesien, dem heutigen Zabrze in Polen. Seine Kindheit war schwer, der Vater galt als gewalttätiger Trinker. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh die Familie in den Westen, wo der junge Mann zunächst in einer Textilfabrik bei Oldenburg arbeitete. 1953 zog er nach München und studierte einige Semester an der Akademie der Bildenden Künste, brach das Studium aber ab und arbeitete fortan als freier Künstler.
1960 erschien sein erstes Buch „Die Geschichte von Valek dem Pferd“, sein Verleger und Freund Georg Lentz schlug ihm dafür das Pseudonym Janosch vor. Den großen Durchbruch brachte 1978 „Oh, wie schön ist Panama“ mit dem kleinen Bären und dem kleinen Tiger, das im Jahr darauf mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Die gestreifte Tigerente aus seinen Büchern wurde zur Kultfigur und Namensgeberin des „Tigerenten Clubs“. Bereits davor begeisterten seine Figuren in „Janoschs Traumstunde“ die Kinder vor den Fernsehschirmen.
1993 erhielt Janosch das Bundesverdienstkreuz. Nach Jahrzehnten in München lebte der Künstler zuletzt auf Teneriffa. Insgesamt veröffentlichte er rund 150 Bücher, viele davon wurden in rund 30 Sprachen übersetzt.
Auch im Saarland waren seine Werke noch in diesem Jahr zu sehen. Zu seinem 95. Geburtstag zeigte die Galerie Schwan in Püttlingen ab Anfang März die Sonderausstellung „Janosch hat Geburtstag“ mit Originalgrafiken, Drucken und Unikaten. Im Mittelpunkt standen die bekannten Figuren Tigerente, kleiner Bär und kleiner Tiger.

