Es trifft die Ärmsten der Armen: Mehrere Tafeln im Saarland wegen Corona-Virus zu

Saarbrücken: Die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus im Saarland trifft nun indirekt die Ärmsten der Armen. Mehrere Tafeln schließen vorerst ihre Pforten. Das hat Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am heutigen Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei bestätigt. So schreibt die Homburger Tafel, sie passe sich „den Kitas und Schulen des Saarlandes an und schließt ab Montag, den 16.03.2020, die Ausgabenstellen in Homburg und St. Ingbert und wird voraussichtlich die Türen am 27.04.2020 wieder öffnen. Damit wollen wir unsere Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten schützen.“ Neben den Ausgabestellen in St. Ingbert und Homburg soll auch die Tafel in Saarbrücken ihre Pforten schließen. Der Bundesverband der Tafeln schreibt: „In den Tafeln kommen viele Menschen in teils engen Räumen zusammen.

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Besonders herausfordernd ist es für die Tafeln, dass rund 90 Prozent der 60.000 Ehrenamtlichen zu den lebensälteren Menschen und damit zur schützenswerten Gruppe gehören.“
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Auch die Saarländische Armutskonferenz weist auf die besondere Situation armer Menschen in Zeiten des Corona-Virus hin. So fordert sie die Energieversorger auf, bis auf weiteres keine Stromsperren mehr zu verhängen. „Gerade arme und alte Menschen sind derzeit dringend darauf angewiesen, sich im häuslichen Bereich Mahlzeiten zuzubereiten“, erklärt die Organisation.
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Sie fordert: „Politik, Sozialleistungsträger und Jobcenter müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, arme Menschen mit zusätzlichen finanziellen Mitteln auszustatten. Da bereits Tafeln  im Saarland geschlossen haben, droht die Gefahr, dass arme Menschen nicht mehr ausreichend versorgt werden und ihr Leben zusätzlich bedroht ist. Wir fordern die saarländische Landesregierung auf, diese Problematik mit in ihre Notfallpläne einzubeziehen und konkrete Hilfsmaßnahmen zu beschließen.“

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