Europäische Arzneimittel-Agentur hält impftstoff von AstraZeneca weiter für sicher

Amsterdam: Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA mit Sitz im niederländischen Amsterdam hält den Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca weiterhin für sicher. Das hat die Behörde am heutigen Donnerstagabend mitgeteilt. Das Präparat, das im Gegensatz du den Präparaten der Konkurrenz-Hersteller Moderna und Biontech zum Selbstkostenpreis abgegeben wird, war in den vergangenen Tagen in mehreren Staaten vom Markt genommen worden.

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Andere Länder zogen dagegen nur einzelne Chargen zurück, die anderswo aber ganz normal weiter verimpft wurden. So wurde eine in Italien zurückgerufene Charge auch an Patienten im Saarland gespritzt. In Deutschland verhängte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in dieser Woche schließlich einen kompletten Impfstopp für AZD1222, der auch im Saarland mit sofortiger Wirkung umgesetzt wurde (wir berichteten). Grund für die Maßnahmen waren Berichte über Fälle einer speziellen Form seltener Hirnvenenthrombosen bei Geimpften.
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In Deutschland hatte es sieben Fälle von Thrombosen gegeben, wovon drei tödlich verlaufen waren. Auch im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg musste eine Patientin nach der Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca wegen eines Blutgerinnsels behandelt werden. Laut einer Untersuchung der EMA gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass das Präparat ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel birgt. EMA-Chefin Emer Cooke erklärt: „Die Impfung ist sicher und wirksam“.
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Die Vorteile des Stoffs überwiegen demnach die möglichen Risiken. In der Liste der Nebenwirkungen von AZD1222 soll nun eine ausdrückliche Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln in Hirnvenen  aufgenommen werden. Ob und wann die Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca in Deutschland und im Saarland wieder aufgenommen wird, ist derzeit noch unklar. Im Saarland fallen in dieser Woche keine Termine wegen des Impfstopps aus, stattdessen werden Patienten mit dem Präparat von Biontech geimpft.

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