Heute hätte er Geburtstag gefeiert: Kollegen gedenken Simon Bohr

Völklingen: Der heutige Freitag ist ein schwerer Tag für die Beamten der Polizeiinspektion Völklingen. Denn heute hätte ihr Kollege Simon Bohr Geburtstag gefeiert. Der Polizeioberkommissar wäre 35 Jahre alt geworden. Doch das war ihm leider nicht vergönnt. Im Einsatz wurde Simon Bohr von Ahmet G., einem flüchtenden Tankstellenräuber, auf offener Straße erschossen. Seine eigenen Kollegen mussten die grausame Tat mit ansehen und sie hilflos geschehen lassen, weil der Täter wegen flüchtender Kinder auf einem Spielplatz nicht durch Schüsse zu stoppen war.

Aber bis zuletzt blieben seine Kollegen bei ihm, ließen ihn niemals alleine. Am heutigen Geburtstag erweisen die Völklinger Beamten ihrem Kameraden die Ehre mit einem Marsch zu der Stelle, wo sich das Verbrechen abgespielt hat. Eindrucksvoll schilderte im Gerichtsprozess um die Tat eine Kollegin, wie wichtig Simon Bohr für die Polizeiinspektion in Völklingen gewesen ist. „Er hatte immer ein offenes Ohr für alle, ob dienstlich oder privat.“

Seit dem Vorfall, als Saar-Innenminister Reinhold Jost abends im Hof der Dienststelle den Tod des Beamten bekanntgab, sei nichts mehr so wie vorher gewesen. Bis zum heutigen Tag haben sich viele Beamte nicht komplett erholt. Viele mussten sich nach den Geschehnissen in Therapie begeben, manche sind es noch immer. Einige werden ihren Job nie wieder machen können. Der Kollegin von Simon Bohr, die sich bis zum Schluss um ihn kümmerte, war es ein Anliegen, am Ende ihrer langen Aussage vor Gericht zu betonen, was für ein guter Mensch und Polizist der Familienvater gewesen ist und wie sehr er nun fehlt.

„Seit ich ein kleines Mädchen war, wollte ich Polizistin werden“, erklärte sie weiter „Nicht nur Simons Leben ist zerstört worden, sondern auch meins.“ Der Mordprozess um den Todesschützen Ahmet G. geht derweil weiter. Nächster Verhandlungstermin ist der 27. Februar.