
Saarbrücken: Vor dem Landgericht Saarbrücken beginnt in der kommenden Woche ein Strafprozess gegen einen 40 Jahre alten Mann aus dem Saarland. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wirft dem Beschuldigten vor, über mehrere Jahre hinweg unerlaubt Zugänge zu verschlüsselten Fernsehangeboten vermittelt und damit ein umfangreiches Geschäftsmodell betrieben zu haben.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand soll der Angeklagte zwischen Oktober 2017 und Januar 2026 über eine eigene Internetseite sowie über Verkaufsplattformen kostenpflichtige Zugänge zu sogenannten Cardsharing- und IPTV-Diensten angeboten haben. Dadurch sollen Kunden unter anderem verschlüsselte Programme verschiedener Pay-TV-Anbieter empfangen haben, ohne reguläre Abonnements abzuschließen.
Die Anklage geht davon aus, dass der Mann mit diesem Angebot über einen langen Zeitraum Einnahmen erzielen wollte. Insgesamt werden ihm 6.076 Fälle der Beihilfe zum Ausspähen von Daten zur Last gelegt. Die Ermittler werfen ihm vor, den unberechtigten Zugriff auf verschlüsselte Inhalte unterstützt zu haben.
Der Beschuldigte befindet sich bereits seit Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde er damals im Zuge des Verfahrens festgenommen. Im Laufe der Ermittlungen soll er dabei einzelne Vorwürfe zumindest teilweise eingeräumt haben.
Vor Gericht wird nun zu klären sein, in welchem Umfang der Angeklagte tatsächlich an dem mutmaßlich illegalen Geschäftsmodell beteiligt war und welche strafrechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Der Prozess soll am 12. August vor dem Landgericht Saarbrücken beginnen. Für die Verhandlung sind zunächst mehrere Prozesstage vorgesehen, an denen Beweise erhoben und Zeugen gehört werden sollen.
