Keine Lust auf Quarantäne: Polizei muss Corona-Patientin in Dudweiler stoppen

Saarbrücken: Corona-Einsatz für die Polizeiinspektion Sulzbach am heutigen Donnerstag. Alles beginnt damit, dass eine 60 Jahre alte Frau in einem Krankenhaus im baden-württembergischen Karlsruhe positiv auf das Corona-Virus getestet wird. Als die Dame darüber informiert wird, dass sie sich in Quarantäne begeben soll, gibt sie an, im Saarbrücker Stadtteil Dudweiler zu wohnen.

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Ein Krankenwagen mit besonders geschütztem Personal startet daraufhin in Karlsruhe in Richtung Saarland. Nach rund 140 Kilometern Fahrt kommt der Infektionstransport am frühen Nachmittag in Dudweiler an. Jetzt erklärt die 60-Jährige dem staunenden medizinischen Personal jedoch, dass sie eigentlich überhaupt nicht hier wohnt und vielmehr obdachlos ist. Die Besatzung des Krankenwagens alarmiert daraufhin die Polizei in Sulzbach.
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Die Beamten rücken aus zum Standort des Krankenwagens. Gleichzeitig wird eine Bleibe für die Frau gesucht, die sich nach dem Infektionsschutzgesetz 14 Tage lang absondern muss. Über die Obdachlosenbehörde kann tatsächlich auf die Schnelle eine Wohnung in Dudweiler für die Frau gefunden werden. Die ihr angebotene Bleibe will sie allerdings nach einer kurzen Besichtigung partout nicht beziehen. Stattdessen will sie zu Fuß in Richtung Ortsmitte nach Dudweiler gehen.
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Um eine Infektion von unbeteiligten Passanten zu verhindern, wird die Frau daraufhin von Einsatzkräften der Polizei zunächst vor Ort festgehalten. Die Saarbrücker Stadtverwaltung stellt bei einem Bereitschaftsrichter die entsprechenden Anträge zur zwangsweisen Unterbringung der Frau bis zur Beendigung der Quarantänezeit. Um der Zwangseinweisung zu entgehen, entscheidet sich die Frau letztendlich dann aber doch dazu, die zuvor besichtigte Wohnung zu beziehen und dort die Quarantänevorschriften einzuhalten. Die Stadt Saarbrücken stellt nun die Versorgung der Frau unter anderem mit Lebensmitteln sicher.

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