Saarbrücken: Ein nicht ganz alltägliches Flugmanöver erleben die Passagiere an Bord eines Urlaubsjets am heutigen Donnerstagmorgen über Saarbrücken. Gegen 10.27 Uhr fliegt eine Boeing 737-800 der türkischen Airline SunExpress aus Richtung Osten kommend über das Saarland, zunächst an Blieskastel vorbei, dreht dann eine Kurve über Püttlingen und den Warndt, ehe sie im Sinkflug ihren Zielflughafen Saarbrücken ansteuert.
Der Pilot sinkt bis auf rund 700 Meter Höhe, gerechnet vom Meeresspiegel aus, das sind etwa 400 Meter vom Boden aus in Ensheim. Am Beginn der Landebahn bricht er sein Manöver aber ab und zieht seine knapp 14 Jahre alte Maschine plötzlich wieder nach oben. Der aus dem türkischen Antalya kommende Ferienflieger mit der Registrierung TC-SRB dreht nochmal eine Runde über dem Saarland, bevor er dann gegen 10.49 Uhr landet.
Einen Notfallcode, wie etwa bei technischen Problemen, sendet das Flugzeug dabei nicht aus. Nachfrage beim Flughafen. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Flug-Hafen-Saarland erklärt auf Anfrage von Breaking News Saarland: „Der Landeanflug erfolgte innerhalb der üblichen Verfahrensparameter. Die Maschine landete zur erwarteten Zeit, die Passagiere wurden regulär seitens des Flughafens abgefertigt.“ Für weitere Fragen verweist der Sprecher an die zuständige Airline.
Eine Anfrage bei SunExpress, der offizielle Name der Gesellschaft lautet Güneş Ekspres Havacılık A.Ş., bleibt allerdings unbeantwortet. So bleibt der Grund für das Manöver unklar. Ein Durchstarten, das sogenannte Go-Around, ist im Linienflugverkehr ein normales, aber sehr seltenes Standardmanöver.
Es kommt im Schnitt nur bei 1 bis 3 von 1.000 Landeanflügen vor. Gründe dafür sind oftmals schlicht Wetter oder Wind. Aber auch die Länge der Landebahn kann einen Piloten dazu veranlassen, die Landung abzubrechen und durchzustarten. Saarbrücken ist für seine relativ kurze Landebahn bei Piloten bekannt.

