Mann soll Kind gewürgt haben, um sich an ihm zu vergehen

Saarbrücken: Vor dem Landgericht Saarbrücken muss sich am heutigen Montag ein Mann aus St. Ingbert verantworten. Jochen N. wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. Der Fall sorgt im vergangenen Jahr für Aufsehen: Laut Anklage der Staatsanwaltschaft spricht der 34-Jährige am 2. Juli gegen 12.10 Uhr einen zwölf Jahre alten Jungen in der Vorhalle des Neunkircher Bahnhofs an. Nach einem kurzen Gespräch fordert er das Kind mit den Worten „Komm mit, ich zeig dir etwas“ auf, ihm in die Bahnhofstoilette zu folgen. Dort schubst er den Jungen in eine Kabine und schließt sich mit ihm ein.

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Er fängt sofort an, den Jungen mit beiden Händen zu würgen, hebt ihn dabei mit den Füßen vom Boden und drückt ihn mit dem Rücken gegen die Wand. Dabei schüttelt der Schrotthändler das Kind und schlägt seinen Kopf gegen die Toilettenwand. Ziel des Angreifers: Den Jungen zu nötigen, sexuelle Handlungen an sich zu dulden und am Angeklagten durchzuführen. Unter anderem geht es ihm um Oralverkehr. Der 34-Jährige nimmt dabei in Kauf, dass das Kind beim Würgen das Bewusstsein verlieren oder lebensgefährliche Verletzungen erleiden könnte.
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Doch der Junge gibt nicht auf, wehrt sich und tritt seinem Angreifer zwischen die Beine. Da hört der Mann auf, zu würgen. Eine Reinigungskraft, die den Mann beim Ansprechen des Jungen beobachtet hat, geht nach etwa einer Minute auch in die Toilettenanlage und hört Hilfeschreie aus der Kabine. Als der Zeuge gegen die Tür trommelt, kommt der Angreifer raus, schubst die Reinigungskraft weg und wirft eine Bierdose nach ihm. Dann flüchtet er. Soweit die bislang noch nicht bewiesenen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.
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Seit 10. Juli befindet sich der 34-Jährige in Untersuchungshaft. Er ist bereits mehrfach vorbestraft, in einem Fall auch einschlägig. 2018 ist er vom Amtsgericht Neunkirchen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Im heutigen Prozess hat sein Verteidiger angekündigt, dass sein Mandant nicht zur Sache aussagen und dem geschädigten Jungen damit eine Aussage ersparen will. Prozess wird fortgesetzt.

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