
SAARBRÜCKEN. Die SPD legt im aktuellen Saarlandtrend deutlich zu und bleibt mit 33 Prozent stärkste Kraft. Gegenüber der letzten Umfrage im Dezember 2025 gewinnt sie sechs Prozentpunkte. Verglichen mit ihrem Wahlergebnis von 2022 fällt die Bilanz allerdings anders aus: Damals erreichten die Sozialdemokraten 43,5 Prozent – aktuell liegen sie somit 10,5 Punkte darunter.
Auch die CDU bleibt deutlich hinter ihrem letzten Wahlergebnis zurück. Sie kommt in der Erhebung von Infratest Dimap im Auftrag des SR auf 20 Prozent, nach 28,5 Prozent bei der Landtagswahl 2022. Gegenüber der vorherigen Umfrage verliert sie fünf Punkte und fällt erstmals im Saarlandtrend hinter die AfD. Der schlechte Bundestrend bildet dabei ein schwieriges Umfeld für die Saar-CDU; welchen Anteil er am Rückgang hat, lässt sich aus den Zahlen allein nicht bestimmen.
Die AfD erreicht trotz eines Rückgangs um zwei Punkte gegenüber der letzten Befragung weiterhin 21 Prozent. Gegenüber ihren 5,7 Prozent bei der Wahl 2022 wäre das ein Zuwachs um 15,3 Prozentpunkte. Auch Grüne und Linke stehen heute besser da: Die Grünen kommen auf neun Prozent nach 4,9 Prozent bei der Wahl, die Linke auf sechs Prozent nach damals 2,6 Prozent. Beide könnten damit ins Parlament zurückkehren. FDP und BSW würden mit jeweils drei Prozent den Einzug verpassen.
Für die SPD würde es nach diesen Zahlen nicht mehr zur Alleinregierung reichen. Eine Mehrheit hätten sowohl SPD und CDU mit zusammen 53 Prozent als auch SPD, Grüne und Linke mit insgesamt 48 Prozent. Dass das Dreierbündnis trotz weniger als der Hälfte der Stimmen eine Sitzmehrheit erreichen könnte, liegt an den Stimmen für Parteien unterhalb der Fünfprozenthürde. SPD und Grüne allein hätten keine Mehrheit.
Politisch ist die zweite Variante jedoch fraglich: SPD-Landeschefin Anke Rehlinger hat einer Zusammenarbeit mit der Linken noch am Dienstag per Videobotschaft widersprochen. Eine Kooperation mit der AfD lehnen sowohl SPD als auch CDU ab. Für ein Bündnis aus CDU und AfD würde es nach den aktuellen Zahlen ohnehin nicht reichen. Unter diesen Voraussetzungen wäre eine Zusammenarbeit von SPD und CDU die verbleibende der beiden genannten Mehrheitsoptionen.
Der Vergleich zeigt damit zwei unterschiedliche Entwicklungen: Die SPD hat sich gegenüber der letzten Umfrage erholt, liegt aber ebenso wie die CDU deutlich unter ihrem Ergebnis von 2022. Die AfD wiederum verliert zuletzt an Zustimmung, bleibt jedoch weit über ihrem damaligen Wahlergebnis.
Ob sich diese Verschiebungen bei der Landtagswahl am 18. April 2027 bestätigen, ist offen: Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Wahlergebnisse.

