Saarbrücken: Die Polizei hat gegen eine mutmaßlich bulgarische Tätergruppierung zugeschlagen, die offenbar gezielt Tankstellen ausgenommen hat. Im Zentrum stehen massenweise Diebstähle von Dieselkraftstoff. Das Dezernat für Organisierte Kriminalität in der Landespolizeidirektion Saarbrücken ermittelt seit Ende September unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand operieren die dringend Tatverdächtigen aus dem Saarland heraus. Ziel ihrer Taten geworden sind demnach unter anderem Tankstellen in Saarwellingen, Heppenheim in Hessen und gleich zweimal Waghäusel-Wiesental in Baden-Württemberg. Die Bande soll dafür Kleintransporter angemietet haben. Dann sollen die Kraftstoffeinfülleinrichtungen manipuliert worden sein. Mit mitgeführten Pumpen soll Dieselkraftstoff abgepumpt und in Behälter in den Transportern gefüllt worden sein. Insgesamt entwenden die Täter über 25.000 Liter Dieselkraftstoff, so die bisherige Bilanz der Ermittler.
Am 5. Oktober ist damit Schluss: Bei der Tat in Waghäusel-Wiesental greifen die saarländischen Beamten zu, unterstützt von den Kollegen aus Baden-Württemberg. Im Bereich Karlsruhe nehmen sie drei Männer fest: einen 36-Jährigen und einen 44-Jährigen aus dem Regionalverband Saarbrücken sowie einen weiteren 36-Jährigen, der derzeit ohne festen Wohnsitz ist.
Die Ermittlungen laufen weiter. Sie führen zu einer vierten Festnahme: Eine 34-jährige Frau aus dem Regionalverband Saarbrücken gerät ins Visier. Sie soll als Logistikerin an den Taten beteiligt gewesen sein und wird ebenfalls festgenommen. Damit gibt es in dem Verfahren bislang insgesamt vier Festnahmen.
Bei anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen stellen die Einsatzkräfte 14.000 Liter des gestohlenen Diesels sicher. Alle Festgenommenen kommen vor einen Ermittlungsrichter, der Haftbefehle gegen die vier Beschuldigten erlässt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

