Saar-Ministerium untersucht häusliche Gewalt in Zeiten der Corona-Krise

Saarbrücken: Durch die Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Corona-Virus kommt es bei vielen Menschen zu veränderten häuslichen Situationen. Wer unter Quarantäne steht, darf das Haus zwei Wochen lang gar nicht verlassen. Viele Firmen haben den Betrieb eingestellt, machen Kurzarbeit oder schicken ihre Mitarbeiter ins Home Office. Viele Kinder sind, statt in die Schule oder die Kita zu gehen, ständig daheim. Um ältere Menschen zu schonen, fallen viele Großeltern als Aufpasser für die Kleinen aus. Deshalb wird seit Beginn der Pandemie von verschiedenen Seiten die berechtigte Sorge geäußert, dass es zu steigenden Zahlen häuslicher Gewalt kommen könnte.

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Die saarländische Regierung ist der Sache nachgegangen. Gesundheits- und Sozialministerin Monika Bachmann (CDU): „Das Sozialministerium beobachtet die Entwicklung häuslicher Gewalt im Saarland mit hoher Aufmerksamkeit. Weder im Bereich der Polizeieinsätze bei häuslicher Gewalt, noch bei den nachgefragten Beratungen ist seit Beginn der Corona-Pandemie ein erhöhtes Fallaufkommen festzustellen.
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Die Landesregierung ist und bleibt bei häuslicher Gewalt sehr aufmerksam.“ Wer die Befürchtung hat, dass jemand in seinem Umfeld von häuslicher Gewalt betroffen sein könnte, soll diese Person möglichst diskret und einfühlsam kontaktieren und Hilfe anbieten. Das gilt für betroffene Erwachsene, aber ganz besonders natürlich, wenn Kinder betroffen sind. Bachmann erklärt:
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„Für den Fall eines erhöhten Bedarfs an Schutzplätzen für Frauen und Kinder haben wir zusammen mit dem Landkreistag bereits Vorsorge getroffen. Auch während der Corona-Pandemie wird niemand alleine gelassen. Nach wie vor stehen die Einrichtungen allen Hilfesuchenden zur Seite.“ Es gibt in der Region und bundesweit verschiedene Hilfsangebote. Hier einige davon:

  • Der „Frauennotruf Saarland“ ist unter der Telefonnummer 06 81 / 3 67 67 zu erreichen.
  • Flüchtlinge, die Opfer häuslicher Gewalt werden, können sich telefonisch an den Verein „Aldona“ unter 06 81 / 37 36 31 wenden.
  • Auch das Projekt „Therapie interkulturell“, erreichbar unter 06 81 / 37 35 35, richtet sich an Flüchtlinge.
  • Das Hilfsangebot „SOS-Kinderschutz und Beratung Saar“ ist für Kinder und Jugendliche unter 06 81 / 9100 70 da.
  • Der „Weiße Ring“, der sich auch dem Thema Gewalt gegen Männer widmet, hat im Saarland die Hotline 06 81 / 67 31 9.
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  • Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter 08000 / 116 016 erreichbar.
  • Das Angebot von „Schwangere in Not“ kann man unter 0800 / 40 40 020 kontaktieren.
  • Für Kinder und Jugendliche gibt es die „Nummer gegen Kummer“ unter 116 111.
  • Das zugehörige „Elterntelefon“ ist unter 0800 / 111 0 550 zu erreichen.
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