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Serienbetrüger nach mehreren Jahren festgenommen

Saarbrücken/München: Am vergangenen Freitag nimmt die Polizei einen seit mehreren Jahren agierenden Serienbetrüger in München fest. Beamte der bayrischen Polizei vollstrecken einen Haftbefehl des Amtsgerichts Saarbrücken gegen den 37-jährigen Rumänen. Bereits im Dezember 2016 erstattet eine saarländische Bank Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz. Den Bankern fallen größere Zahlungseingänge auf, die meist am gleichen Tag bar abgehoben werden. Schnell kann ermittelt werden, dass es sich beim Kontoinhaber um einen Betrüger handelt. Er gründet im Saarland und in anderen Bundesländern Firmen und eröffnet anschließend bei verschiedenen Saarbrücker Banken Geschäftskonten für diese Firmen. Über die Internetplattformen autoscout24.com und mobile.de sowie über ausländische Internetplattformen werden dann nicht existierende, hochwertige Fahrzeuge und Baumaschinen angeboten. Aufgrund des sehr günstigen Preises der begehrten Fahrzeuge sind zahlreiche Menschen bereit, größere Anzahlungen oder den kompletten Kaufpreis als Vorkasse zu leisten, ohne die angebotenen Sportwagen oder Baumaschinen überhaupt gesehen zu haben. Nachdem der Mann die Konten am Geldautomat leer geräumt hat, gründet er neue Firmen und setzt die erfolgreiche Betrugsmasche fort. Allein im Saarland entsteht innerhalb weniger Tage ein Schaden von über 500 000 Euro. In einer in Saarbrücken angemieteten Wohnung des Täters, die der Mann nach Abräumen der Konten fluchtartig verlässt, kann die Polizei Beweismittel sichern. Mehrere Jahre kann die tatsächliche Identität des Serienbetrügers nicht ermittelt werden. Zur Firmengründung und Kontoeröffnung werden ständig neue gefälschte Passdokumente, meist tschechischer, slowakischer oder litauischer Herkunft genutzt. Erst, als der Mann einen Fehler beim Abschluss eines neuen Handyvertrags macht, könnten die Ermittler die tatsächliche Identität des trickreichen Betrügers ermitteln. Finanzermittler lokalisieren den Rumänen am Freitag dann in München. Dort wird er in einem unter falschen Personalien angemieteten Hotelzimmer von Kollegen der bayrischen Polizei beim Betreten des Hotels in der Lobby widerstandslos festgenommen. Zwischenzeitlich sitzt er nach Richtervorführung beim Amtsgericht München in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim ein. Bei seiner Festnahme finden die Beamten neben zahlreichen zur Tatbegehung genutzten Smartphones unter anderem einen höheren Bargeldbetrag in der Kleidung. Das Geld und der Wagen des Mannes einer deutschen Premiummarke werden sichergestellt.

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