Sind vor Gott wirklich alle gleich? Saar-Kirchenmitarbeiter outet sich, Bistum Trier reagiert

Saarbrücken: In dieser Woche hat die ARD die Fernseh-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ gezeigt. Darin haben sich erstmals mehr als 100 nicht heterosexuelle Menschen, die für die katholische Kirche arbeiten, geoutet. Sie alle sind Mitglieder der Initiative „Out in Church – Für eine Kirche ohne Angst“ und machen sich für eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts stark, damit niemand mehr aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten muss.

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Einer von ihnen ist der Saarländer Andreas Diegler. Der 31-Jährige ist homosexuell und arbeitet als Gemeindereferent für das Bistum Trier. Er berichtet: „Wenn ich heiraten würde, dann wäre ganz klar die Kündigung die nächste Konsequenz.“ Erst sehr spät mit 27 Jahren hat er begonnen, sich langsam zu outen:
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„Weil ich schon auch Angst hatte, dass ich dadurch vielleicht meine Ausbildung – damals war ich noch in der Ausbildung – verliere, eben nicht beauftragt werde als Gemeindereferent. Die Angst kommt vor allem daher, dass es klare Regeln gibt. Und wenn gegen diese Regeln verstoßen wird in der katholischen Kirche, dann habe ich zum Beispiel ganz konkret zu befürchten, dass ich meinen Job verliere. Den ich sehr gern ausübe, zu dem ich mich auch berufen fühle.“
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Nach Ausstrahlung der Doku hat es Wortmeldungen von Bistümern aus ganz Deutschland gegeben, darunter auch aus Trier. Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg erklärt: „Die Aktion zeigt die Wirklichkeit von sexueller Vielfalt in der Kirche und unter den kirchlichen Mitarbeitenden auf.“
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Und er versichert nicht Heterosexuellen wie Andreas Diegler: „Menschen, die sich der LSBTIQ-Community zugehörig fühlen und ihr Leben und Arbeiten aus dem christlichen Glauben heraus gestalten wollen, sollen in unserer Kirche natürlich eine Heimat haben und keine Repressionen fürchten müssen.“

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