Saarlouis: Zu dem Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am heutigen Dienstagnachmittag auf dem Betriebsgelände der Firma Hubert Wax in Saarlouis (wir berichteten) gibt es erste Erkenntnisse. Demnach sind bei dem Vorfall zwei Menschen schwer verletzt und nach langer Behandlung vor Ort in umliegende Krankenhäuser geflogen worden.
Während ADAC-Hubschrauber Christoph 16 einen Patienten ins Uniklinikum nach Homburg geflogen hat, ist ein weiterer Patient mit dem Luxemburgischen Rettungshelikopter Air Rescue 3 zum Winterbergklinikum nach Saarbrücken transportiert worden. Wie es den beiden geht, ist aktuell nicht näher bekannt.
Die Polizei hat nun mitgeteilt, dass in einer geschlossenen Industriehalle Schwefelwasserstoff aufgetreten ist. Dabei handelt es sich um ein äußerst giftiges Gas, das sehr schnell zum Tod führen kann. Immer wieder kommt es zu tödlich verlaufenden Unfällen mit dem Stoff in der chemischen Industrie.
Durch seine etwas höhere Dichte als Luft sammelt sich das Gas am Boden, es riecht stark nach faulen Eiern. Gegen 16 Uhr war der Stoff in der Industriestraße ausgetreten, es wurde der gesamte ABC-Zug des Landkreises Saarlouis alarmiert.
Zahlreiche Einsatzkräfte führten Messungen durch, um die ausgetretene Chemikalie zu identifizieren und das Ausmaß der Gefahr zu bewerten. Für die Versorgung der Verletzten wurden unter anderem mehrere Rettungswagen eingesetzt. Aus Sicherheitsgründen mussten Beschäftigte umliegender Betriebe vorsorglich ihre Arbeitsplätze verlassen.
Zudem informierten die Behörden die Bevölkerung über die Warn-App NINA über den laufenden Einsatz und mögliche Gefahren. Die Polizei ermittelt nun, wie es zu dem Austritt des hochgiftigen Stoffes kommen konnte und ob jemand ein strafrechtlicher Vorwurf zu machen ist. Während der Maßnahmen kam es nach Angaben der Behörden zu Verkehrsbehinderungen.

