Zu teuer, schlechte Flugzeiten, fehlende Ziele: Das bemängeln Saarländer an ihrem Airport

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Viele Reisende würden gerne ab Saarbrücken fliegen. Doch hohe Preise, ungünstige Flugzeiten und fehlende Verbindungen treiben sie nach eigenen Angaben zu anderen Flughäfen. Die Reaktionen auf Facebook und Instagram zeigen, was Kunden erwarten – und woran sich das Flughafenmanagement messen lassen muss.

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Saarbrücken. Ein Flughafen vor der Haustür, kurze Wege, eine überschaubare Abfertigung: Eigentlich hat Saarbrücken gute Argumente auf seiner Seite. Doch für viele Reisende endet die Verbundenheit mit dem heimischen Airport offenbar beim Blick auf die verfügbaren Flüge. Zu teuer, zeitlich unattraktiv oder schlicht nicht das passende Ziel – diese Kritik zieht sich durch zahlreiche Kommentare unter dem jüngsten Flughafen-Beitrag auf den Facebook- und Instagram-Seiten von Breaking News Saarland.

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Besonders deutlich formuliert es Eleen: „Warum fliegen ab Saarbrücken weniger Leute wenn ich 300 Euro mehr bezahlen muss fliege ich halt lieber von Frankfurt. Schade“.

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Das letzte Wort ist bezeichnend. Viele der vorliegenden Reaktionen drücken keine grundsätzliche Ablehnung des Flughafens aus. Vielmehr ärgern sich Menschen darüber, dass sie ihn gerne nutzen würden, aber kein überzeugendes Angebot finden.

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Nicolas berichtet von einem Preisunterschied von 600 Euro pro Person gegenüber Düsseldorf – insgesamt 1.800 Euro für drei Reisende. Dabei wäre er nach eigenen Angaben in 20 bis 30 Minuten am Saarbrücker Flughafen. Hans Werner schreibt, er sei ab Stuttgart im Vergleich zu Saarbrücken 800 Euro günstiger geflogen. Michael erklärt, selbst mit Anfahrt und teilweise Parkkosten sei der Abflug von Stuttgart oder Frankfurt für ihn noch günstiger.

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Diese Angaben sind persönliche Buchungserfahrungen, keine überprüfte Preisstudie. Ohne identische Termine, Leistungen und Buchungszeitpunkte lässt sich daraus kein allgemeiner Preisaufschlag für Saarbrücken ableiten. Für die Entscheidung der jeweiligen Kunden ist der wahrgenommene Unterschied trotzdem ausschlaggebend.

Zur Einordnung gehört auch ein Einwand aus der Diskussion: Die Ticketpreise bestimmen die Fluggesellschaften beziehungsweise Reiseveranstalter. Das Flughafenmanagement kann sie nicht einfach nach Belieben senken. Es muss aber daran arbeiten, Airlines und Angebote zu gewinnen, mit denen der Standort im Wettbewerb bestehen kann.

Fast ebenso häufig wie die Preise werden die Flugzeiten kritisiert. Esther schreibt: „07.20 h zurück von Antalya.. ähnlich früh von Mallorca.. das heißt um 3 Uhr Abholung vom Hotel.. Urlaub sieht anders aus..“

Claudia würde ebenfalls gerne von Saarbrücken fliegen, beklagt aber ungünstige Flugzeiten und dadurch verlorene Urlaubstage. Andere Nutzer berichten von späten Hinflügen und frühen Rückflügen. Wer nur eine Woche Urlaub gebucht hat, bewertet solche Zeiten offenbar besonders kritisch.

Dabei reicht die Kritik über den klassischen Ferienflug hinaus. Stefan erinnert an frühere Verbindungen, mit denen er morgens nach Hamburg und abends zurückfliegen konnte. Für Geschäftsreisen sei das heutige Angebot aus seiner Sicht deutlich unpraktischer.

Auch die Auswahl der Ziele sorgt für Frust. Frank verweist auf gestrichene Verbindungen wie Fuerteventura: Wenn Angebote verschwänden, müssten Urlauber auf andere Flughäfen ausweichen. Heidi vermisst ebenfalls ihre frühere Verbindung nach Fuerteventura. Gudrun würde nach eigenen Angaben mehrmals jährlich ab Saarbrücken buchen, wenn Teneriffa angeboten würde.

Sylvia berichtet von einer geplanten Kos-Reise mit einer Gruppe von rund 30 Personen, für die die Verbindung eingestellt worden sei. Katrin wünscht sich unter anderem Rom, Athen, London und Budapest. Christian nennt ausdrücklich London City als interessantes Ziel für sich und seinen Arbeitgeber. Weitere Kommentare sprechen sich für Barcelona, Tunis, Istanbul, Ankara und Verbindungen auf den Balkan aus.

Nicht jeder Wunsch lässt sich wirtschaftlich erfüllen. Eine lange Liste interessanter Städte ersetzt keine ausreichende Nachfrage. Die wiederkehrenden Beschwerden zeigen jedoch, woran das Angebot aus Sicht dieser Kunden vorbeigeht: Wer sein Reiseziel nicht findet, kann die kurzen Wege in Ensheim gar nicht erst nutzen.

Für das Management sind das keine neuen Herausforderungen. Thomas Schuck gehört laut öffentlich zugänglichen Registerangaben seit dem 3. Dezember 2012 zur Geschäftsführung der Flug-Hafen-Saarland GmbH. Er trägt damit seit fast 14 Jahren Führungsverantwortung. Gemeinsam mit ihm führt Rita Gindorf-Wagner das Unternehmen.

Die langfristige Passagierentwicklung fällt ernüchternd aus. Für 2012 weist der Flughafen insgesamt rund 426.000 Passagiere aus. 2015 waren es knapp 469.000, 2019 noch rund 368.000 und 2024 etwa 341.000. Für 2025 nennt das Klimaschutzportal der Luftverkehrswirtschaft 307.731 Passagiere. Gegenüber 2012 entspricht das einem Rückgang um rund 28 Prozent. Einen dauerhaften Wachstumskurs hat der Standort in diesem Zeitraum nicht erreicht.

Diese Entwicklung lässt sich nicht allein der Geschäftsführung zurechnen. Die Pandemie, Entscheidungen der Fluggesellschaften und Veränderungen im Reiseverhalten haben erheblichen Einfluss. Allerdings waren die Passagierzahlen bereits vor Corona zurückgegangen. Das Management muss sich deshalb fragen lassen, wie es den Flughafen dauerhaft attraktiver machen will.

Auch 2026 ist die Entwicklung bislang widersprüchlich. Im Juni sank das Passagieraufkommen gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,1 Prozent, im Juli um 4,7 Prozent und im August um 7,2 Prozent. Von Januar bis August lag es insgesamt dennoch 2,71 Prozent über dem Vorjahr. Die schwachen Sommermonate sind damit ein Warnsignal, aber noch kein Beleg für ein Jahresminus 2026.

Auf der positiven Seite steht der Ausbau durch Ryanair. Ende März 2027 soll Málaga hinzukommen, zweimal wöchentlich dienstags und samstags. Zusammen mit Alicante, Trapani und Lamezia Terme umfasst das angekündigte Ryanair-Angebot dann vier Ziele. Alicante wird wegen hoher Nachfrage auch im Winter angeflogen. Das sind konkrete Verbesserungen, die zur Bilanz dazugehören.

Genau darauf verweist der Account „Reisefreunde SCN“. Er kritisiert eine aus seiner Sicht einseitig negative Darstellung und erwartet durch das Engagement von Ryanair weiteres Wachstum. Ob diese Erwartung eintritt, muss sich noch zeigen. Der Hinweis auf die Erweiterung des Angebots ist jedoch berechtigt.

Die vorliegenden Kommentare sind ohnehin kein geschlossenes Votum gegen den Flughafen und keine repräsentative Umfrage. Dominik bezeichnet Saarbrücken als den „unkompliziertesten Flughafen“. Er fliege bewusst dort ab, um Arbeitsplätze in der Region zu unterstützen. Karin hält es für nachvollziehbar, für einen wohnortnahen Flughafen mehr zu bezahlen, und verweist auf Fahrtkosten, Zeitaufwand und mögliche Übernachtungen bei weiter entfernten Airports.

Auch bei Anbindung und Parkkosten gehen die Erfahrungen auseinander. Einige loben beides ausdrücklich, andere empfinden die Anreise als umständlich und das Parken als teuer.

Grundsätzlicher wird Stephanie: Sie bezeichnet den Flughafen als „Millionen Grab für uns Steuerzahler“. Markus würde den Standort aufgeben und das Geld lieber anders investieren, etwa in bessere Zugverbindungen zu anderen Flughäfen. Andere Kommentierende fürchten dagegen, das Saarland könne ein weiteres Stück wichtiger Infrastruktur verlieren.

Damit steht das Management vor einer Aufgabe, die sich durch neue Streckenankündigungen allein nicht lösen.

Dieser Beitrag wird bereitgestellt vom Medienverbund Saarland