1.200 Packungen, Wert 50.000 Euro: Anwohner finden Morphium im Kleidercontainer

St. Ingbert: Ungewöhnlicher Fund am vergangenen Samstagabend in St. Ingbert. Am Abend melden sich Anwohner aus dem Stadtteil Rohrbach bei der Polizeiinspektion St. Ingbert. Sie haben gegen 18.30 Altpapier in einem Container in der Straße Hinter den Gärten neben der Rohrbachhalle entsorgen wollen. Dabei sind ihnen illegal entsorgte Arzneimittel im Papiercontainer und mehreren benachbarten Altkleidercontainern aufgefallen. Die Polizei schickt einen Streifenwagen zur beschriebenen Örtlichkeit. Die Beamten staunen nicht schlecht: Vor Ort entdecken sie große Mengen an originalverpacktem und auch noch nicht abgelaufenem Morphium und Benzodiazepinen. Die Injektionslösungen sind nicht nur verschreibungspflichtig, sondern fallen in Deutschland sogar unter das Betäubungsmittelgesetz. Daher ist es äußerst schwierig, an diese Mittel zu gelangen. Insgesamt werden mehr als 1.200 Packungen aufgefunden, deren Einkaufswert laut Polizei bei etwa 50.000 Euro liegt. Bei unsachgemäßem Hantieren mit den Arzneimitteln hätte eine erhebliche Gefahr für die betreffenden Personen bestanden, auch bereits durch bloße Berührung mit der Haut. Deshalb wird das aufgefundene Material sichergestellt. Zudem wird die Öffnung der abgeschlossenen Altkleidercontainer in Auftrag gegeben, um sicherzugehen, dass sich keine weiteren Packungen der Medikamente darin befinden. Nun beschäftigen sich Experten des Landespolizeipräsidiums und der Kriminaldienst Sulzbach mit dem Vorfall. Bisherige Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Präparate, die in diesen riesigen Mengen nicht einmal im Krankenhaus vorgehalten werden, offensichtlich einer einzelnen Person verschrieben worden sind. Die Polizei St. Ingbert bittet nun mögliche Zeugen, die Hinweise zur der illegalen Entsorgung der Arzneimittel geben können, sich zu melden.

Hinweise: Polizeiinspektion in St. Ingbert, Kaiserstraße 48, Telefon 0 68 94 / 10 90

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