22-Jähriger gesteht schwersten sexuellen Missbrauch an Nachbarsjungen über Monate

Saarbrücken: Er wirkt wie ein harmloser Milchbubi – aber er hat gestanden, ein Kind schwer sexuell missbraucht zu haben! Vor dem Saarbrücker Landgericht steht am heutigen Dienstag der 22-jährige Lennert L. Er hat, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, 2019 und 2020 insgesamt neun Monate lang einen minderjährigen Nachbarsjungen immer wieder missbraucht. Tatort: Die Couch im Zimmer des Angeklagten, der bis zu seiner Festnahme noch bei seinen Eltern gelebt hat. 32 einzelne Taten will die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten nachweisen. Wie oft das Kind tatsächlich missbraucht worden ist, bleibt offen.

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Besonders widerlich: Mehrere der Taten hat der 22-Jährige laut Staatsanwaltschaft gefilmt und gleichgesinnten Chatpartnern geschickt, von denen einer nun von der Staatsanwaltschaft Köln ebenfalls strafrechtlich verfolgt wird. Einen weiteren Chatpartner versuchen die Behörden noch zu ermitteln. Immerhin bleibt dem Opfer eine Aussage vor Gericht möglicherweise erspart: Der Angeklagte hat heute vor der Großen Jugendkammer ein Geständnis abgelegt.
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Wie kam es zum Kontakt mit dem späteren Opfer? „Er ist mit seinen Eltern oft zu uns rübergekommen, etwa zu Silvester oder an Geburtstagen.“ Die beiden freunden sich an. Im Jahr 2019 kommt der Junge dann auch öfter alleine vorbei. „Wir waren zusammen im Pool, haben Ball gespielt oder bei mir im Zimmer an der PlayStation.“ Irgendwann kommt es zum ersten sexuellen Übergriff. Der Junge fragt irritiert, was der Angeklagte da mit ihm macht. Der antwortet: „Was Schönes!“
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Als er sein Opfer auffordert, ihn zu befriedigen, will das Kind nicht: „Er hat nicht glücklich darauf reagiert. Ich hab ihm dann versprochen, dass er fernsehen oder am Tablet spielen darf.“ Mehrfach kommt es in den darauffolgenden Monaten zu Übergriffen, die der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft teilweise filmt. Dann kommt alles raus, der 22-Jährige wird festgenommen. Prozess wird fortgesetzt.

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