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25 000 Euro Gewinn pro Fall: Großrazzia auch im Saarland wegen Scheinehen

St. Wendel: Groß angelegter Einsatz mit knapp 500 Polizeibeamten in St. Wendel, Stuttgart, Mannheim, Ludwigsburg, Aalen, Reutlingen, Tuttlingen, Freiburg und Karlsruhe. Ebenfalls beteiligt: das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, der Zoll und die Ausländerbehörde Stuttgart. Die Beamten durchsuchen Mittwochvormittag insgesamt 60 Wohnhäuser, Bürogebäude und Gastronomiebetriebe in Baden-Württemberg und dem Saarland. Dem Einsatz sind mehrmonatige, verdeckt geführte Ermittlungen vorangegangen. Tatvorwurf: Gewerbs- und bandenmäßige Urkundenfälschung, Schleusung sowie Verstöße gegen das Freizügigkeitsgesetz. Mindestens acht Personen werden derzeit beschuldigt, sie sind zum Großteil dem Umfeld südostasiatischer Schleusergruppierungen zuzuordnen. 

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Insgesamt ermittelt die Polizei in mindestens 39 Verdachtsfällen einer Scheinehe, weitere Fälle werden derzeit geprüft. Hierbei sollen Männern, vorwiegend aus dem indischen und pakistanischen Raum, Scheinehen mit griechischen Frauen vermittelt worden sein, um so über deren EU-Zugehörigkeit ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erhalten.
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Der Gewinn für die Kriminellen wird pro Fall auf etwa 25.000 Euro geschätzt. Bei der Polizeiaktion werden sieben zwischen 24 und 60 Jahre alte Personen mit bestehenden Haftbefehlen festgenommen, ein der Polizei bereits bekannter weiterer Verdächtiger befindet sich auf der Flucht. Die Beschuldigten, indische und deutsche Staatsangehörige, werden in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
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40 weitere Beschuldigte werden vorläufig festgenommen und dann laufengelassen. Insgesamt überprüfen die Beamten 70 Personen. Bei den Durchsuchungen stellen die Polizisten Mobiltelefone, mutmaßlich gefälschte Urkunden, Arbeits- und Lohnbescheinigungen, mehrere zehntausend Euro Bargeld und Fahrzeuge im Wert von etwa 80.000 Euro sicher. Außerdem werden über 130.000 Euro Bankguthaben eingefroren.