40 Jahre die Toten Hosen: Warum die Düsseldorfer in ihrer Anfangzeit immer in Rohrbach spielten

St. Ingbert/Mannheim: Die Toten Hosen, eine der erfolgreichsten deutschen Bands, feiern ihr 40-jähriges Bestehen. Fans aus dem Saarland hatten am gestrigen Sonntag die Möglichkeit, die Düsseldorfer Jungs auf dem Maimarktgelände in Mannheim zu sehen (unser Foto) – näher ans Saarland kommt die Band mit ihrer Jubiläums-Tour „Alles aus Liebe“ leider nicht. Das war zu ihren Anfangszeiten noch ganz anders. Damals machten die jungen Punks regelmäßig im Saarland Halt, und zwar in St. Ingbert. Dort gab es im Stadtteil Rohrbach einen kleinen Club in einer ehemaligen Tankstelle, der sich zufälligerweise „Tote Hose“ nannte. Klar, dass die gleichnamige Band aus Düsseldorf hier spielen musste! Auf ihrer ersten Tournee unter dem Motto „Roswitha kommt nicht, aber die Toten Hosen“ spielten sie am 12. Oktober 1982 ihr insgesamt zehntes Konzert in ihrer noch frischen Karriere in der alten Tankstelle, die mittlerweile längst abgerissen wurde und einem Aldi-Parkplatz weichen musste. Hosen-Gitarrist Breiti erklärt im Interview mit dem Pfälzer Merkur: „Unsere Anfänge im Saarland waren in Rohrbach. Dort gab es einen Club, der nannte sich ‚Tote Hose‘, ohne zu wissen, dass es uns gibt. Das war 1982. Da war es naheliegend, dort zu spielen. Wir hatten drei Auftritte vor jeweils etwa 150 Leuten. Direkt nebenan war ein Fußballplatz, und die Betreiber haben einen guten Eintopf für uns gemacht.“ Von einem Fußballspiel zwischen den Hosen und ihren Fans auf einem Feld vor dem Laden existieren sogar noch ein paar alte Fotos. Die heute 58-jährige Ulla war damals dabei und erinnert sich: „Anfang der 80er Jahre war meine persönliche Aufbruchstimmung. Gerade volljährig geworden, musste man alles ausprobieren. Das Wort ‚Location‘ war damals noch nicht geboren. Wir nannten es Kneipe, Disco, Club, Kaschemme… Und so weit ich mich nach 40 Jahren zurückerinnern kann, war die ehemalige Tankstelle ‚Tote Hose‘ am Ortsausgang Rohrbach Richtung St. Ingbert so eine Kaschemme. Nicht im negativen Sinn – nein, das war ein absoluter Insidertipp in der Punkerszene. Kein Schnickschnack und definitiv kein Schickimicki, angemalte, besprayte Wände und ziemlich klein, soweit ich mich erinnern kann. Dort spielten Live Bands, von denen man (zumindest ich) vorher noch nie gehört hatte.“ Die aktuelle Tour der Hosen läuft noch bis September.

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