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Anthrax-Alarm im Illinger Rathaus

Illingen: Aufregung heute Morgen im Rathaus. Gegen 9.40 Uhr öffnet eine Verwaltungsmitarbeiterin einen Brief, der an CDU-Bürgermeister Armin König adressiert ist. Es rieselt ein weißes Pulver heraus, mit dem die Frau in Berührung kommt. Sofort wird der Notruf gewählt und ABC-Alarm ausgelöst. Das Gebiet rings um das Rathaus wird abgeriegelt, rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem gesamten Landkreis, der Rettungsdienst und die Polizei rücken an. Die betroffene Chefsekretärin und zwei weitere Mitarbeiter werden in einer nahe gelegenen Arztpraxis unter Quarantäne gestellt. Feuerwehrleute des ABC-Zuges aus dem Landkreis mit Atemschutzausrüstung und luftdichten Schutzanzügen gehen ins Rathaus und nehmen Proben des Stoffes aus dem Brief, der außer dem Pulver auch Beleidigungen gegen den Bürgermeister enthält. Die Feuerwehrleute müssen danach von anderen Helfern in Schutzanzügen aufwändig dekontaminiert werden. Die Probe wird einem Schnelltest unterzogen, der verläuft allerdings negativ. Möglicherweise handelt es sich bei dem Stoff, der wohl für Anthrax-Sporen gehalten werden sollte, um Kartoffelstärke. Bei Anthrax, auch bekannt als Milzbrand, handelt es sich um hochgefährliche Bazillen, die beim Menschen zum Tod führen können. Das Pulver aus dem Brief soll nun bei der Rechtsmedizin an der Uniklinik in Homburg eingehend untersucht werden. Auch der Staatsschutz der Landespolizei ist in die Ermittlungen involviert. Bürgermeister Armin König, der den Brief eigentlich bekommen sollte, ist gar nicht im Rathaus, sondern aktuell krank geschrieben. Er kommt später zur Einsatzstelle, um sich nach der Lage und dem Wohlergehen seiner Mitarbeiter zu erkundigen. Gegen 14 Uhr kann Entwarnung gegeben werden und der stundenlange Einsatz wird beendet. Hinweise auf den Absender des Schreibens gibt es derzeit noch nicht, die Polizei ermittelt auf Hochtouren.

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