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Boden mit Chemikalien verseucht: In der Saarbrücker Innenstadt stinkt es zum Himmel

Saarbrücken: Wer in den letzten Tagen in der Saarbrücker Innenstadt im Bereich Reichsstraße, Faktoreistraße, Trierer Straße und Karl-Marx-Straße unterwegs war, dem ist es vielleicht aufgefallen vor dem Haupteingang zur Europa-Galerie an der alten Bergwerksdirektion stinkt es zum Himmel. Mehrere Leser haben uns auf den chemischen Geruch aufmerksam gemacht. Vor Ort wird schnell klar, woher der Gestank kommt: Bauarbeiten am mittlerweile abgerissenen, ehemaligen Hotel Excelsior neben dem Haus der Reise sind schuld. Dort wird im Auftrag der Landeshauptstadt ein Kanal verlegt. Und dabei ist im Boden eine unappetitliche Überraschung gefunden worden. Ein Stadtsprecher erklärt: „Bei den begonnenen Kanalarbeiten sind den Arbeitern im Bereich des Gehwegs in der Faktoreistraße Verunreinigungen im Erdreich aufgefallen. Der Geruch stammt von Kohlenwasserstoffverbindungen, die auch bei der Kunststoffbearbeitung eingesetzt werden.“

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Unter den Chemikalien: sehr giftiges und krebserregendes Benzol. Allerdings sind die gefundenen Mengen nach Angaben der Stadt gering: „Weder aufgrund des Benzols noch wegen der übrigen Kohlenwasserstoffverbindungen besteht eine Gefahr für die Bevölkerung, lediglich der Geruch ist vorübergehend wahrnehmbar.“ Ende Oktober wird die Belastung im Boden entdeckt, die Arbeiten werden daraufhin monatelang eingestellt – bis jetzt.
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Unter Einbindung des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie eines Gutachters hat man Proben genommen und analysiert. Demnach sind die Verunreinigungen nur sehr punktuell aufgetreten. Ursache? Offenbar stand an dieser Stelle früher eine Kunststofffabrik oder eine Tankstelle, genau weiß man es nicht. Sondierungen im Umfeld haben keine Anhaltspunkte auf weitere Verunreinigungen ergeben. Die Arbeiter auf der Baustelle tragen nun vorsorglich Schutzanzüge und Schutzmasken.
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Die Arbeiten werden durch einen Gutachter begleitet. Das verunreinigte Erdreich , etwa 80 Kubikmeter, wird in den kommenden Tagen bis voraussichtlich Mitte März vollständig entnommen, abtransportiert und fachgerecht entsorgt. Außerdem kommt eine Wasseraufbereitungsanlage mit Aktivkohlefilter zum Einsatz. Sie reinigt das zusammenlaufende Grundwasser in der Baugrube, bevor es in die Kanalisation geleitet wird.
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Außerdem wird mit einer sogenannten Bewetterungsanlage, wie sie im Bergbau zum Einsatz kommt, für frische Luft im Baustellstellengraben gesorgt. Dadurch wird dann der Geruch im Umfeld der Baustelle wahrnehmbar.

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