Durch Meldeverzögerungen nicht erklärbar: Inzidenz steigt nur im Saarland massiv an

Saarbrücken: Was ist plötzlich mit den Inzidenzen im Saarland los? Nachdem die Zahlen in den vergangenen Tagen tendenziell immer weiter gefallen sind, machen sie am heutigen Samstag einen deutlichen Sprung nach oben. Aktuell liegt der Wert bei uns bei 83,2, ein Plus von 9,2 im Vergleich zum Vortag. In allen Saar-Landkreisen steigt die Inzidenz. Das sorgt unter anderem dafür, dass der Countdown für die Beendigung der Bundesnotbremse im Kreis Saarlouis unterbrochen worden ist und dort am Montag die Fünf-Tages-Frist zur Beendigung der Notbremse wieder von vorn beginnt.

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Im Regionalverband Saarbrücken sorgen die steigenden Zahlen dafür, dass die Inzidenz dort droht, wieder über 100 zu steigen. Wie kommt es zu den steigenden Zahlen im Saarland? Einige machen dafür den Feiertag Christi Himmelfahrt verantwortlich. Der habe angeblich zu einer Meldeverzögerung beim Robert-Koch-Institut geführt, die nun die Zahlen künstlich ansteigen ließe. Diese unbelegte Theorie ist äußerst zweifelhaft. Denn: Christi Himmelfahrt ist ein bundesweiter Feiertag.
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Man müsste den Effekt stark steigender Inzidenzen also sowohl im Bundesschnitt als auch in der Mehrheit der Bundesländer beobachten können. Das ist aber nicht der Fall. Nur im Saarland ist der Wert in den vergangenen 24 Stunden um mehr als zehn Prozent gestiegen. Im Bundesschnitt ist die Inzidenz sogar gesunken (-0,5). Und auch in vielen Bundesländern fallen die Werte: so im benachbarten Rheinland-Pfalz um 1,8. Genau die Hälfte der Bundesländer melden sinkende Zahlen.
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Und in den übrigen Ländern, wo die Inzidenz steigt, tut sie das – außer im Saarland – nicht sehr ausgeprägt. So meldet Baden-Württemberg einen Anstieg von 0,4 Prozent, Brandenburg 0,8 Prozent, Bremen 1,0 Prozent, Hessen 1,6 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern 5,9 Prozent. Schleswig-Holstein meldet einen Anstieg von 8,6 Prozent, allerdings bei der bundesweit niedrigsten Gesamtinzidenz von traumhaften 32,9. Ein Anstieg wie im Saarland von krassen 12,5 Prozent lässt sich mit Meldeverzögerungen beim Robert-Koch-Institut an Christi Himmelfahrt nicht erklären.

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