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Ein Bürger beschwert sich: Läutverbot für Kirchenglocken

Schwalbach: Seit Jahrzehnten läuten in der Kirche im Schwalbacher Ortsteil Hülzweiler die Glocken, um die Uhrzeit zu signalisieren. Doch damit ist nun Schluss. Weil sich ein einziger Bürger über den Lärm beschwert hat, sind die Glocken nun verstummt.
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Denn wie eine Messung ergeben hat, überschreitet das Glockengeläut den erlaubten Grenzwert um sieben Dezibel. Das Verstummen der Glocken sorgt im Dorf für Diskussionen. Der Förderverein der Heimatkunde Hülzweiler schreibt in einem offenen Brief an Umweltminister Jost und den Hülzweiler Pfarrer:
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„Seit unserer Geburt und der unserer Eltern und Großeltern gab uns der Kirchturm beziehungsweise die darin installierte Turmuhr die Zeit an. Generationen sind mit dieser Musik im Dorf aufgewachsen und der Rhythmus begleitete uns ein Leben lang, um den wir nun beraubt wurden. Am Klang der Glocken orientierten sich nicht nur die Kirchgänger, wenn es zur Messe läutet. Für einen großen Teil der Einwohner waren die Stundenschläge und das Geläut zum Angelus und Mittagszeit auch eine Orientierung für den Tagesablauf. Sogar für den in unmittelbarer Nähe befindlichen Kindergarten und der Grundschule, die wir fast alle besucht haben.
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Wir, eine große Zahl von Hülzweiler Bürgerinnen und Bürger bitten Sie, uns diesen Glockenschlag wieder zurückzugeben. Als Sprecher für die vielen verärgerten Hülzweiler Bürger fordern wir die Verantwortlichen auf, unverzüglich nach einer Lösung zu suchen, dass der Stundenschlag alle 15 Minuten und das Angelusläuten wieder im Dorf zu hören sein darf.“ Umweltminister Jost und Pfarrer Müller haben sich bereits zu Wort gemeldet und wollen handeln. Es soll nun schnellstmöglich eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Zu den Gottesdiensten dürfen die Glocken aber nach wie vor läuten, denn das ist durch die Religionsfreiheit geschützt.

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