Losheim am See: Im 1.500-Seelen-Dorf Bachem, einem der zwölf Losheimer Ortsteile, herrscht am heutigen Freitag helle Aufregung. Zunächst sind am frühen Morgen gegen 6 Uhr Schussgeräusche zu hören. Aufgeschreckte Anwohner alarmieren die zuständige Polizeiinspektion Nordsaarland. Die Beamten rücken zum Ort des Geschehens aus und beginnen mit ihren Ermittlungen.
Es gelingt schnell, die Herkunft der Schussgeräusche zu lokalisieren und einer Person zuzuordnen. Ein 44 Jahre alter Mann hat demnach im Rahmen einer privaten Feierlichkeit mehrmals am frühen Morgen herumgeballert. Allerdings nur in die Luft und nicht mit einer scharfen Waffe, sondern einer vergleichsweise ungefährlichen Schreckschusspistole. Dennoch durchsucht die Polizei im Rahmen der folgenden Ermittlungen die Wohnung des Mannes. Dabei treten bedeutend gefährlichere Gegenstände zu Tage:
Munition aus einem der beiden Weltkriege! Das Gebäude wird geräumt, Spezialisten der Entschärfergruppe bei der Landespolizeidirektion Saarbrücken werden angefordert. Sie untersuchen die fraglichen Gegenstände und kommen zu dem Schluss, dass die aufgefundene Munition „aufgrund ihrer charakteristischen Beschaffenheit“ nicht sicher abtransportiert werden kann.
Stattdessen werden die Gegenstände ins Freie verbracht und müssen dort am Nachmittag gegen 16.30 Uhr kontrolliert gesprengt werden. Es gibt einen massiven Knall im Dorf, die Sprengung selbst verläuft aber wie geplant und ohne Zwischenfälle. Die Fundstelle ist während der Maßnahmen weiträumig abgesperrt, eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Polizei zu keiner Zeit.
Gegen den 44-jährigen Mann werden nun entsprechende Straferfahren eingeleitet. Es geht um Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz. Die Ermittlungen zur genauen Bestimmung sowie Herkunft der Munition laufen derzeit noch.

