Völklingen: Nach der verheerenden Explosion in Völklingen gibt es weiter keine neuen Informationen von Polizei oder Staatsanwaltschaft. Allerdings meldet sich der Oberbürgermeister der Stadt, Stephan Tautz (Wir Bürger Völklingen), zu Wort. In einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk, aufgenommen gestern vor dem noch abgesperrten Tatort, berichtet er von grausigen Szenen: „Von Seiten der Rettenden ist berichtet worden, dass Teile eines menschlichen Körpers in weitem Umfeld verteilt waren. Es muss schon eine heftige Explosion gewesen sein. Auch Anwohner, die kilometerweit von hier weg wohnen, haben das Explosionsgeräusch wahrgenommen.“
Auch zu den Betroffenen kann der Chef der Hüttenstadt Näheres berichten. Der 66-Jährige: „Es waren angeblich fünf Personen in dem Tunnel drin gewesen, die sich längere Zeit dort aufgehalten haben. Die auch im Vorfeld schon öfter dort gesehen wurden, mal ein Feuerchen gemacht haben, Alkohol und sonst was konsumiert haben. Und diese Gruppe hat es scheinbar erwischt.“ Was dann genau in der Nacht zum Samstag passiert ist, bleibt allerdings weiterhin mysteriös.
Wie schon in der vorangegangenen Nacht untersucht die Polizei auch im Verlauf des gestrigen Samstags insbesondere den Bereich oberhalb der Explosionsstelle. Es steht offenbar der Verdacht im Raum, dass ein Sprengkörper von oben in den Tunnel eingebracht worden sein könnte. Für die Ermittlungen wird unter anderem der Eisenbahnverkehr eingestellt. Die Deutsche Bahn meldet Verspätungen und Teilausfälle der Regionalbahnen 70, 71 sowie des Regionalexpress 1 zwischen Völklingen und Saarbrücken wegen des Polizeieinsatzes. Ein Ersatzverkehr mit sechs Bussen wird eingerichtet.
Erst am späten Nachmittag wird die Unterführung, die früher für Autos gedacht war und mittlerweile nur noch für Fußgänger geöffnet ist, wieder von den Ermittlern freigegeben.
